Kleinkitzighofen (OAL) Plenum der Pfarrkirche St. Cyprian und Justina
arnoldusglocke
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Kleinkitzighofen (OAL) Plenum der Pfarrkirche St. Cyprian und Justina
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Im Norden des Kreises Ostallgäu, wo dieser an die Kreise Augsburg und Landsberg grenzt, liegt das Dorf Kleinkitzighofen mit seiner Pfarrkirche St. Cyprian und Justina, die nur zu Gottesdiensten geöffnet ist.
In Teilen geht der Bau noch ins 14. Jh. zurück, für eine Erweiterung 1479-81 ist ein Meister Pleienstein aus Landsberg überliefert. Barocke Erneuerungen folgten um 1700 (Chor) und 1738 (Langhaus). Die ansprechende Stuckierung stammt in beiden Raumteilen aus der entsprechenden Zeit. Die Fresken im Langhaus sind wiederum ein Werk des in der Region oft vertretenen Johann Georg Lederer.
Die mobile Einrichtung wurde 1884 im Stil der Neorenaissance ersetzt. Im Hochaltar findet sich das letzte Werk des bedeutenden Nazarenermalers Johann Kaspar aus Obergünzburg; das linke Seitenaltarbild hat Michael Stückle, künstlerisch tätiger Pfarrer in Aitrang, nach Kaspars Komposition gemalt. Ein älteres Hochaltarbild von 1793, gemalt von Michael Daenzel, hängt nun über der Eingangstür; es zeigt die Kirchenpatrone. Die zu Dreipässen kombinierten Kreuzwegstationen (mit Helena als 15.) malte Pankraz Kober im Stil seines Lehrers Konrad Huber.
Das Geläut besteht aus 4 Glocken mit einer ungewöhnlichen Tonfolge: f' - g' - h' - cis''. Es umfasst 2 barocke Glocken (2 und 3), während die große und die kleine im November 1949 von Johann Hahn in Landshut gegossen wurden. Als Material dienten dabei amerikanische Artillerie-Kartuschen vom Angriff auf Landsberg. Eine 1922 von Strasser in Landsberg gegossene Glocke wurde nach Abnahme eingeschmolzen, die größere der barocken Glocken kam aus Hamburg von der Ablieferung wieder zurück. Klanglich bieten die Armaturen leider hörbar eine Beeinträchtigung, wohl nötig wegen der Turmstatik. Bis 1962 wurde per Hand geläutet.
1. 670 kg; Johann Hahn, Landshut, 1949.
2. 590 kg; Ø 98 cm, Höhe 78 cm. Philipp Abraham Brandtmair (I) und Franciscus Kern (II), Augsburg, 1756.
3. 260 kg; Ø 75 cm, Höhe 64 cm. Gießer und Jahr wie 2.
4. 205 kg; Johann Hahn, Landshut, 1949.
Für Infos zu den Glocken danke ich Herrn Siegfried Götz herzlich, der mir noch vor Erscheinen seiner Dorfchronik diese mitteilte. Weitere Quellen waren der Glockenatlas Bayer. Schwaben, das Inventar der Diözese Augsburg und das gedruckte Kurzinventar von 1960 (Tilmann Breuer, Stadt und Landkreis Kaufbeuren). Die Schlagtöne habe ich selbst bestimmt.
Text, Fotos und Video: arnoldusglocke.