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Altentreptow (MSE) - Glocken der Petrikirche

Glocken im Norden

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Altentreptow (MSE) - Glocken der Petrikirche

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Glocken im Norden
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Glocken der Petrikirche zu Altentreptow Die vorpommersche Kleinstadt Altentreptow liegt rund 15 km nördlich von Neubrandenburg im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte. Die Backsteinhallenkirche St. Petri entstand im Wesentlichen im 14. und 15. Jahrhundert. Der dreigeschossige Westturm wurde vermutlich Mitte des 15. Jahrhunderts vollendet; seine charakteristische Haube erhielt er 1773. Restaurierungsarbeiten nach Plänen von Friedrich August Stüler im Jahr 1865 prägen das heutige Erscheinungsbild. Aus dieser Zeit stammen unter anderem Kanzel, Lektorenpult und die Westempore mit der Grüneberg-Orgel. Hervorzuheben ist zudem der große Schnitzaltar aus der Mitte des 15. Jahrhunderts. Das Geläut der Petrikirche bestand seit dem Mittelalter im Kern aus drei Glocken der Gießerwerkstatt um Rickert de Monkehagen, die jeweils zweimal das charakteristische Gießerzeichen tragen. Die Große Glocke und die Sonntagsglocke entstanden 1431, die Apostelglocke 1455. Möglicherweise wurden im selben Jahr noch zwei weitere kleinere Glocken gegossen, darunter vielleicht auch eine Klingglocke, die offenbar 1554 von Hans Karchof umgegossen wurde. Hugo Lemcke erwähnt zudem eine Schulglocke, die 1880 durch Carl Voss unter Verwendung eines Instruments von 1485 entstand. Beide sind heute nicht mehr erhalten. 1928 lieferte die Gießerei Schilling Söhne (Apolda) drei zusätzliche Glocken, die das Geläut erweiterten; sie gingen im Zweiten Weltkrieg verloren. Die zugehörigen Einbauten sind bis heute erhalten. Geplante Maßnahmen zum Umguss der Apostelglocke wurden glücklicherweise nicht umgesetzt. Die Sonntagsglocke wurde hingegen aus klanglichen Gründen aus dem Geläut entfernt, da ihr Schlagton f' als zu dissonant galt. Nachdem eine Veräußerung unterblieb, wurde sie an der St.-Jürgen-Kapelle in einem freistehenden Glockenstuhl an einem gekröpften Joch aufgehängt. Die dadurch verursachte Überbelastung führte zu einem Sprung der Glocke, sodass sie 1958 in Apolda umgegossen wurde. Dabei übernahm man die Zier des Vorgängerinstruments. Anschließend kehrte sie in den Turm der Petrikirche zurück; im Glockenstuhl von St. Jürgen hängt seitdem eine Eisenhartgussglocke (⌀ 1055 mm), die heute jedoch nicht mehr in Gebrauch ist. Die Glocken in St. Petri erhielten in diesem Zuge gekröpfte Stahljoche. Während der Geläutesanierung 1996 wurden neue, besonders schwere Holzjoche eingebaut, die einen ruhigen Läuterhythmus begünstigen. Das Geläut nimmt innerhalb der Glockenlandschaft Mecklenburg-Vorpommerns eine besondere Stellung ein, da hier als einzigem Ort zwei Großglocken der Monkehagen-Werkstatt erhalten sind. Lediglich in der Dorfkirche Burow bei Parchim befindet sich noch ein Monkehagen-Duett, dort jedoch in deutlich kleineren Dimensionen. Insbesondere die Große Glocke in Altentreptow zählt aufgrund ihres außergewöhnlichen Klangvolumens zu den bedeutenden mittelalterlichen Großglocken. GLOCKE III - SONNTAGSGLOCKE fis'+1 | 1037 mm | 1958 | Franz Schilling Söhne (Apolda) GLOCKE II - APOSTELGLOCKE d'+1 | 1476 mm | 1455 | Rickert de Monkehagen GLOCKE I - GROSSE GLOCKE cis'+3 | 1784 mm | 1431 | Rickert de Monkehagen 00:19 Glocke III 02:39 Glocke II 06:05 Glocke I 11:18 Vollgeläut zum Sonntagsgottesdienst (Glocke III) 16:17 Vollgeläut zum Sonntagsgottesdienst (Glocke II+III) 21:17 Vollgeläut zum Sonntagsgottesdienst (Glocke I+II+III) Ich bedanke mich herzlich bei Pastor Dr. Michael Giebel für die Ermöglichung der Dokumentation, dem Küster für seine Unterstützung sowie bei Mateusz und Vater für die Einladung nach Altentreptow. QUELLEN Eigene Sichtung Dehio, Georg: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Mecklenburg-Vorpommern. 2. Auflage. Berlin, 2016. Lemcke, Hugo: Die Bau- und Kunstdenkmäler des Regierungsbezirks Stettin. Band I: Der Kreise Demmin, Anklam, Ückermünde und Usedom-Wollin. Heft I: Der Kreis Demmin. Stettin, 1900. Peter, Claus: Rickert de Monkehagen – eine mittelalterliche Glockengießerwerkstatt im Ostseeraum. In: MECKLENBURGIA SACRA. Jahrbuch für Mecklenburgische Kirchengeschichte. Band 10. Wismar, 2007. WEITERFÜHRENDE LINKS Instagram-Seite von Glocken im Norden:   / glocken_im_norden   Instagram-Seite von Kirchen im Norden:   / kirchen_im_norden   Instagram-Seite von Orgeln im Norden:   / orgeln_im_norden   YouTube-Kanal von Orgeln im Norden:    / @orgelnimnorden