Sie konnte nie gehen und schuf doch ein Unternehmen, das Kinder weltweit kennen | Ein Lebensbild
Konrad Steinbach
0:00 / 0:00
Sie konnte nie gehen und schuf doch ein Unternehmen, das Kinder weltweit kennen | Ein Lebensbild
44 804 просмотра · 6 дн. назад
Konrad Steinbach
14,6 тыс. подписчиков
44 804 просмотра · 6 дн. назад
Ein hölzerner Leiterwagen rollt jeden Morgen durch die Gassen von Giengen an der Brenz. Darin sitzt ein kleines Mädchen mit Schiefertafel und Griffel, gezogen von seinen älteren Schwestern. Seit einem schweren Fieber im Kleinkindalter kann Margarete Steiff nicht gehen, und ihre rechte Hand bleibt schwach. Ein halbes Jahrhundert später verlassen fast eine Million Plüschbären in einem einzigen Jahr die Fabrik, die ihren Namen trägt.
Diese Folge der Geschichten großer Schöpfer von Konrad Steinbach erzählt das Leben einer Frau aus dem Württemberg des neunzehnten Jahrhunderts, die sich mit Geduld, Fleiß und einem bemerkenswerten Sinn für Organisation ihren eigenen Weg bahnte. Es geht um die strenge, fromme Handwerkerfamilie, die Behandlung in der Kinderheilanstalt in Ludwigsburg und die Kur in Wildbad, um Zitherunterricht, die Nähschule und die Jahre als Lohnnäherin. Mit dem ersparten Geld kauft Margarete Steiff 1874 die erste Nähmaschine der Stadt und bedient sie von der verkehrten Seite aus, damit die linke Hand das Rad drehen kann.
Aus Filz, dem Werkstoff ihrer Heimatstadt, entsteht 1880 ein kleiner Elefant, gedacht als Nadelkissen. Die Kinder der Familie machen ein Spielzeug daraus. Es folgen der erste Verkauf auf dem Weihnachtsmarkt in Heidenheim, das Haus mit der Rampe für den Rollstuhl, die Eintragung der Filzspielwarenfabrik und die Mitarbeit der fünf Neffen. Einer von ihnen, Richard Steiff, entwirft nach Zeichnungen im Stuttgarter Tiergarten einen Plüschbären mit beweglichen Gliedern. Auf der Leipziger Messe 1903 findet er zunächst kaum Beachtung, bis am letzten Tag ein Einkäufer aus New York dreitausend Stück bestellt.
Die Dokumentation zeigt, was belegt ist und wo die Überlieferung auseinandergeht: bei der Frage, wer den ersten Teddybären schuf, bei der Herkunft des Namens Teddy und bei Margaretes eigenen Lebenserinnerungen, die im Rückblick entstanden. Dazu kommen die gläserne Fabrik von 1903, eines der frühesten Beispiele einer Vorhangfassade im deutschen Industriebau, und der berühmte Knopf im Ohr.
© Konrad Steinbach. Alle Rechte vorbehalten. Dieses Video einschließlich Text, Sprechertext, Bildauswahl und Schnitt ist urheberrechtlich geschützt. Jede Vervielfältigung, Weiterverbreitung oder erneute Veröffentlichung, auch in Auszügen, ist ohne ausdrückliche schriftliche Genehmigung untersagt.
#MargareteSteiff #Teddybär #Giengen #Spielzeuggeschichte #Biografie