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#82 Das deutsche Kolonialreich

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#82 Das deutsche Kolonialreich

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Mit Jürgen Zimmerer: Die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts war die Zeit des Imperialismus: Nationen wuchsen zu Weltreichen heran. Nur wer Kolonien hatte, konnte in diesem Wettlauf mithalten. Deshalb entstand nach der Reichsgründung eine politische Strömung, die Kolonien für das deutsche Reich forderte. 1883 erwarb der Hamburger Kaufmann Adolf Lüderitz eine Bucht und zugehöriges Land von dem Anführer der Nama im heutigen Namibia. Lüderitz suchte Schutz für seinen neuen Landstreifen in Afrika und Bismarck lieferte. Jahrrelang hatte der Reichskanzler den Aufbau deutscher Kolonien strikt abgelehnt und vollbrachte nun eine Kehrtwende um 180 Grad. Nach dem Modell von Namibia traten nun auch andere Hamburger und Bremer Handelshäuser auf den Plan, die in Togo und Kamerun bereits Faktoreien betrieben. Auch sie forderten nun den „Schutz“ ihrer Gebiete und Bismarck ernannte auch Togo und Kamerun zu „Schutzgebieten“. 1884 lud Bismarck alle europäischen Kolonialmächte zu einer Afrikakonferenz nach Berlin. Anlass waren Streitigkeiten um die Kontrolle der wirtschaftlich wichtigen Kongo Mündung. Auch Russland, das Osmanische Reich und die USA waren auf der Konferenz vertreten, aber kein Afrikaner. Auf der Afrikakonferenz einigten sich die Kolonialreiche auf Spielregeln, nach denen man den Kontinent untereinander aufteilen würde. Und der erste, der Fakten schuf, während die Konferenz in Berlin lief, war Carl Peters. Peters hatte die „Gesellschaft für deutsche Kolonisation“ gegründet. Er wartete das Ende der Konferenz nicht ab, sondern reiste ins heutige Tansania und gründete die Kolonie Deutsch Ost Afrika. Der Deutsche Kaiser stellte 1885 auch für Deutsch Ost Afrika einen Schutzbrief aus. Und so war das Deutsche Reich innerhalb eines Jahres mit Deutsch-Süd West, Deutsch Ost Afrika, Kamerun und Togo zu einer Kolonialmacht geworden. Später kamen noch Inseln im Pazifik dazu: Neuguinea und Samoa . Ich spreche mit Jürgen Zimmerer, Professor für Globalgeschichte an der Uni Hamburg, über die Kolonialpolitik des Kaiserreiches, den Völkermord an den Hereros und den "Historikerstreit 2.0" Reisetipps, Bilder und Infos findet Ihr hier: www.99xgeschichte.de Das Goetheinstitut bietet diese Podcastreihe auf seiner Plattform "Deutschstunde" an. Auch bei L.I.S.A. dem Wissenschaftsportal der Gerda Henkel Stiftung ist diese Podcastserie vertreten. "Wer wir sind und warum das nicht klappte..." ist Teil der Netzwerke Wissenschaftspodcast.de, #Historytelling und Mittelalter.digital. Du willst mehr erfahren über die Arbeit der Podcaster mit einem Faible für Geschichte? Dann hör mal in diesen Podcast rein: "Hinter der Geschichte" das Talkformat der unabhängigen Geschichtspodcaster. https://open.spotify.com/show/4EIMgna...