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Die Stadt, die vom Gold lebte – und alles verlor: Pforzheim

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Die Stadt, die vom Gold lebte – und alles verlor: Pforzheim

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Es gab eine Stadt in Deutschland, in der jeder zweite Einwohner vom Gold lebte. Heute gehört sie zu den ärmsten Städten ihres Landes. Pforzheim war die Goldstadt: 1767 holte der Markgraf die ersten Schmuckmacher in die Stadt, und aus einer Waisenhaus-Werkstatt wuchs die Schmuckhauptstadt der Welt. 1913 arbeiteten von 75.000 Einwohnern fast 38.000 in der Schmuck- und Uhrenindustrie — Ringe, Ketten und Taschenuhren aus Pforzheim lagen in den Vitrinen von Paris bis New York. Sogar die erste Fernfahrt der Automobilgeschichte endete hier: Bertha Benz fuhr 1888 von Mannheim in die Goldstadt. Doch dann kam der Absturz — zweimal. Im Februar 1945 wurde die Stadt in 22 Minuten ausgelöscht, mit ihr fast die gesamte Industrie. Pforzheim baute wieder auf, 1970 arbeiteten noch 28.000 Menschen allein in der Uhrenbranche — bis die Quarzkrise und die Konkurrenz aus Asien die Werkstätten zu Hunderten schlossen. Heute kommt zwar noch immer der Großteil des deutschen Schmuckexports von hier, doch von den Arbeitsplätzen blieb ein Bruchteil, und die Stadt kämpft mit einer der höchsten Arbeitslosenquoten Baden-Württembergs. Dies ist die Geschichte von Pforzheim: der Stadt, die vom Gold lebte — und deren Glanz verblasste. Abonniere Ungesagt für mehr Geschichten über Aufstieg und Fall deutscher Städte. #Pforzheim #Goldstadt #Deutschland