Taucher in einer ersoffenen Harzer Grube fanden eine Strecke, die der Riss als Fels verzeichnet
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Taucher in einer ersoffenen Harzer Grube fanden eine Strecke, die der Riss als Fels verzeichnet
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Am 31. März 1910 fuhr in Sankt Andreasberg im Oberharz die letzte Schicht aus. Achtzig Mann. Dann wurde die Wasserhaltung abgestellt, und alles unter dem Sieberstollen lief voll — 582 Meter Grubenbau, die seither unter Wasser stehen. Zwei Jahre später ließ die Verwaltung einen Hafentaucher hinab, um zu klären, ob unten noch etwas zu holen sei.
Was er berichtete, steht gegen das Papier. Das Abkehrverzeichnis von 1910 führt die Baue als geräumt: Fahrten ausgebaut, Geleise gehoben, Kunstgestänge verwertet. Das Tauchprotokoll von 1912 beschreibt sie als eingerichtet — Geleise verschraubt, Fahrten an Ort, ein beladener Zug auf den Schienen. Und beim Abstieg zählte der Taucher eine Sohle mehr, als der Riss kennt. Für diese Teufe zeigt der Riss gewachsenen Fels.
Daneben steht eine dritte Aufzeichnung, die nie jemand ablegte. Von einer nicht verzeichneten Strecke sprachen die Alten schon dreißig Jahre bevor der Taucher kam. Drei Quellen, keine mit Zugang zu den anderen. Die Blätter, die es hätten entscheiden können, fehlen: der Bestand weist um 1900 Lücken auf, im Findbuch als Altpapierverkauf vermerkt.
Seit 1910 ist unter dem Sieberstollen nichts vermessen worden. Das sind 116 Jahre. Wer, glauben Sie, hat die Strecke aufgefahren, die niemand aufgeschrieben hat?
Diese Dokumentation stützt sich auf historische Aufzeichnungen, archäologische Forschung und lokale mündliche Überlieferung. Sie stellt belegte Befunde neben Fragen, die bis heute offen sind. Wo sich die Darstellungen unterscheiden, werden beide gezeigt. Nichts davon wird als abschließendes Ergebnis behauptet.