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Nürnberg um 1500: So sah die zweitgrößte Reichsstadt aus

Städte Damals

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Nürnberg um 1500: So sah die zweitgrößte Reichsstadt aus

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Nürnberg um 1500: Diese Stadt hatte weder einen schiffbaren Fluss noch einen kaiserlichen Hof – und wurde trotzdem zur zweitgrößten Stadt des Heiligen Römischen Reichs. Diese KI-gestützte Rekonstruktion zeigt, wie Nürnberg mit Präzisionshandwerk reich wurde: von gezogenem Draht über Nadeln, Harnische und Zirkel bis zur Federuhr und dem ältesten erhaltenen Erdglobus der Welt. Der Grund liegt nicht in dem, was die Stadt besitzt, sondern in dem, was sie kann. Klassische Zünfte gibt es hier nicht – nach dem Handwerkeraufstand von 1348/49 abgeschafft –, stattdessen regiert der Rat direkt über das Gewerbe, über das eigens gegründete Rugamt und verbindliche Vorschriften. Etwa die Hälfte der Einwohner arbeitet im Handwerk, und aus wasserbetriebenem Drahtziehen entstehen Nadeln, Harnische mit Blechstärken im Bruchteil-Millimeter-Bereich, Zirkel und Winkelmaße – Werkzeuge, mit denen andere erst genau werden können. Ein eigener Abschnitt räumt mit der bekanntesten Legende der Stadt auf: Peter Henlein gilt in vielen Reiseführern als Erfinder der Taschenuhr, doch die entscheidende Technik – die kompakte Zugfeder – kommt nach heutigem Forschungsstand rund ein halbes Jahrhundert früher aus Italien. Die berühmte Uhr mit der Gravur „Petrus Hele me fecit Norimberga 1510" im Germanischen Nationalmuseum trägt eine Inschrift, die als Fälschung um 1900 gilt, und das „Nürnberger Ei" entsteht erst nach Henleins Tod. Dazu kommen der Erdapfel von Martin Behaim (1492/93) – eine Weltkugel ohne Amerika, weil die Nachricht von Kolumbus die Werkstatt noch nicht erreicht hatte –, Anton Kobergers Druckerei mit der Weltchronik von Hartmann Schedel, Adam Krafts steinernes Sakramentshaus in St. Lorenz und Albrecht Dürers Selbstbildnis im Pelzrock von 1500. Am Ende ein Sprung ins Heute: Vieles davon steht noch in Nürnberg, und das Uhrwerk des Männleinlaufens läuft nach demselben Prinzip wie vor über 500 Jahren. Kapitel: 00:00 Ein Fingerhut und die zweitgrößte Stadt des Reichs 03:01 Genauigkeit als Gesetz: Nürnberg regiert sein Handwerk ohne Zünfte 05:55 Der Ursprung von allem: Draht, der nie müde wird 08:45 Der Harnisch: Rüstung auf den Millimeter genau 09:55 Werkzeuge, die andere erst genau machen: Zirkel und Winkelmaß 10:46 Eine Feder gegen die Zeit: Wer erfand die Taschenuhr wirklich? 14:29 Der Erdapfel: eine sorgfältig vermessene Welt ohne einen Kontinent 16:16 Wie Genauigkeit die Stadt verlässt: Kobergers Druckerpresse 18:30 Stein und Selbstbildnis: Handwerker setzen sich selbst ins Werk 19:48 Nürnberg heute: was noch nach demselben Prinzip läuft Quellen: Historisches Lexikon Bayerns – Nürnberg, Reichsstadt: Politische und soziale Entwicklung (Bevölkerung, Rang im Reich) – https://www.historisches-lexikon-bayerns.d... Historisches Lexikon Bayerns – Nürnberg, Reichsstadt: Handwerk (keine Zünfte, Rugamt, Anteil der Handwerker) – https://www.historisches-lexikon-bayerns.d... Germanisches Nationalmuseum – Behaim-Globus (Erdapfel, UNESCO Memory of the World) – https://www.gnm.de/aktuelles/behaim-globus Germanisches Nationalmuseum – Henlein-Uhrenstreit (gefälschte Inschrift, Mischwerk) – https://www.gnm.de/ausstellungen/sonderaus... Deutsche Biographie – Peter Henlein (Lebensdaten, Meisterbrief 1509) – https://www.deutsche-biographie.de/sfz2972... Deutsche Biographie – Anton Koberger (Offizin, Filialen, Druckausgaben) – https://www.deutsche-biographie.de/sfz4345... Wikipedia (DE) – Schedelsche Weltchronik (Druck, Illustrationen, Finanzierung) – https://de.wikipedia.org/wiki/Schedelsche_... Wikipedia (DE) – Sakramentshaus St. Lorenz, Nürnberg (Adam Kraft) – https://de.wikipedia.org/wiki/Sakramentsha...)