7 1 Albanien - SH34 von Shkodra nach Fushë-Lurë
Hans
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7 1 Albanien - SH34 von Shkodra nach Fushë-Lurë
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Hans
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Die ersten Kilometer aus Shkodra raus verlaufen noch über flache, gut ausgebaute Zubringerwege, doch schon bald kündigen die mächtigen Silhouetten am Horizont das gebirgige Hinterland an. Sobald ich auf die eigentliche SH34 abbiege, ändert sich die Kulisse schlagartig. Der Asphalt wird spürbar rauer, die Fahrbahn verengt sich und die albanische Wildnis umarmt mich mit schroffen Felswänden, tiefen Schluchten und dichten Wäldern. Jede Kurve verlangt nun volle Konzentration, da der Belag immer wieder von tiefen Schlaglöchern, welligen Asphaltflicken und weggespültem Geröll unterbrochen wird, was der Strecke jedoch auch ihren ungezähmten, abenteuerlichen Charakter verleiht.
Je tiefer ich in die Bergregion vordringe, desto spektakulärer und einsamer wird die Landschaft. Die Route windet sich in endlosen Kehren an den steilen Hängen empor, vorbei an kleinen Bergdörfern und abgeschiedenen Weilern, in denen die Zeit komplett stillgestanden zu sein scheint. Der Ausblick öffnet sich immer wieder auf weite Täler und unberührte Natur, während die Straße unbarmherzig dem welligen Relief der Berge folgt. Die unübersichtlichen Kurven erfordern ständige Wachsamkeit, denn hinter jeder Biegung muss man in dieser abgelegenen Region mit freilaufenden Weidetieren oder plötzlichen Hindernissen auf der Fahrbahn rechnen. Es herrscht eine fast meditative Stille, da kaum Gegenverkehr diese abgeschiedene Route kreuzt.
Auf den letzten Kilometern vor dem Ziel wird die Strecke noch einmal deutlich anspruchsvoller. Der brüchige Asphalt weicht stellenweise komplett und geht in grobe Schotterpassagen und ausgewaschene Naturwege über. Das Fahren erfordert hier den vollen Körpereinsatz im Stehen, um die tiefen Furchen und losen Steine sicher zu bewältigen. Als ich schließlich Fushë-Lurë erreiche, das malerisch und tief versteckt inmitten der rauen Lura-Bergregion liegt, bin ich zwar komplett eingestaubt, aber berauscht von der wilden Schönheit dieser Route. Es ist eine anstrengende, aber unvergessliche Reise durch ein unberührtes Albanien, das sich abseits der bekannten Pfade von seiner rauesten Seite zeigt.