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Osnabrück-Schinkel (D), kath. Kirche Hl. Kreuz - Vollgeläute

Engerlingraucher

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Osnabrück-Schinkel (D), kath. Kirche Hl. Kreuz - Vollgeläute

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Der Turm von Hl. Kreuz in Osnabrück-Schinkel beherbergt das älteste Geläut im Stadtgebiet. Schon in den 1920er-Jahren bestanden Pläne für eine neue Kirche im Osnabrücker Stadtteil Schinkel. 1928 wurden die ersten Entwürfe angefertigt, von denen jener des Kölner Architekten Dominikus Böhm den Wettbewerb gewann. Im September 1931 wurde er vom Kirchenvorstand mit der Ausführung der Bauarbeiten beauftragt. Die ersten Bautätigkeiten begannen im Mai 1932, die Grundsteinlegung hingegen fand erst am 21.August des selben Jahres statt. Äußerst rasch gingen die Bauarbeiten voran. Ende des Jahres war das Dach fertiggestellt worden. Die Konsekration von Hl. Kreuz wurde am 22.Oktober 1933 durch den damaligen Bischof Dr. Wilhelm Berning vollzogen. Im November 1940 riss ein Tornado das Dach der Kirche fort und schleuderte es auf die umliegenden Häuser. Doch damit nicht genug. Durch Brandbomben wurde Hl. Kreuz im 2.Weltkrieg immer wieder beschädigt. Der Wiederaufbau sollte noch bis 1952 andauern. In den 1960er-Jahren schließlich stand das letzte große Bauprojekt an. Hl. Kreuz hatte bis dahin keinen Turm, was sich jedoch ändern sollte! 1964 wurden die ersten Pläne vorgelegt und Ende August 1965 begannen die Bauarbeiten. Im Jahre 1966 war der Turm fertiggestellt. 1972 erfolgte eine 10 Wochen andauernde Innenrenovierung von Hl. Kreuz. Hierbei wurden auch grundlegende Umgestaltungen im Innenraum vorgenommen. Ihrer Entstehungszeit entsprechend ist die Ausstattung der Kirche sehr schlicht. Ein Blickfang ist die Fensterrose an der Ostseite. Davor befindet sich eine Orgel der Orgelbaufirma Rohlfing, welche zwischen 1956 und 1981 in mehreren Etappen gebaut wurde. Zuletzt war es die Orgelbaufirma F. Reil aus Dorsten, welche das Pedal- und das Hauptwerk mit einem Gehäuse versah und noch fehlende Register ergänzte. Der wertvollste Besitz von Hl. Kreuz sind ohne Zweifel die beiden Glocken. Sie stammen ursprünglich aus dem Osnabrücker Dom. Die ältere der beiden wurde mit hoher Wahrscheinlichkeit im Jahre 1266 von Jacob de Croisilles gegossen. In diesem Jahr schuf dieser Meister aus dem Norden Frankreichs für den Dom zu Osnabrück eine Marienglocke, die jedoch 1639 von François Hemony umgegossen wurde. Von der äußeren Gestaltung her ist die Glocke von Hl. Kreuz einer im Jahre 1943 zerstörten, ebenfalls von Jacob de Croisilles gegossenen Glocke in St.Peter in Aachen so ähnlich, dass bezüglich des Gießers (und auch des Gussjahres) keinerlei Zweifel mehr bestehen. Vermutlich handelt es sich bei der Glocke in Hl. Kreuz um das letzte erhaltene Werk dieses vielbeschäftigten Meisters. Die zweite Glocke im Bunde ist der hl. Regina geweiht und wurde 1485 von Gerhardus van Wou gegossen. Van Wou schuf im Juli und November 1485 sowie im Januar 1486 ein 4-stimmiges Geläut für den Osnabrücker Dom, welches jedoch, bis auf die Reginenglocke, im Laufe der Zeit vollständig verlorenging. Als der Dom in den 1930er-Jahren ein neues Geläut der Fa. Petit & Gebr. Edelbrock aus Gescher erhielt, passten die beiden Glocken nicht mehr in das Geläutekonzept und wurden nach Schinkel verkauft. Dort wurden sie zuerst in der Rosenkranzkirche eingelagert, ehe sie nach Hl. Kreuz kamen und zusammen mit einer neuen, im Jahre 1937 von Petit & Edelbrock gegossenen großen Glocke erstmals erklingen konnten. Damals hingen sie noch in einem eigens errichteten Glockenhaus. Die große Glocke wurde im 2.Weltkrieg konfisziert und eingeschmolzen. Im Juni 1966 wurden die beiden vorhandenen Glocken in den neuen Turm aufgezogen und verrichten dort seither, übrigens noch im originalen Holzglockenstuhl von 1937, ihren Dienst. Ein schönes und unverwechselbares Duett aus Glocken, wie sie unterschiedlicher wohl kaum sein könnten! Reginenglocke, Schlagton e'-2, Gewicht ca. 950 kg, Durchmesser 1179 mm, gegossen im Jahre 1485 von Gerhardus van Wou. Sine nomine, Schlagton gis'-8, Gewicht ca. 730 kg, Durchmesser 1068 mm, gegossen im Jahre 1266 von Jacob de Croisilles. Herzlichen Dank an den Pfarrer sowie an den Kirchenvorstand für das Sondergeläute und die Aufnahmeermöglichung!