Keine Macht der Ohnmacht - wie wir Krisen bewältigen und uns gegen Faschismus wehren
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Keine Macht der Ohnmacht - wie wir Krisen bewältigen und uns gegen Faschismus wehren
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Wie begegnen wir dem Erstarken des Rechtsextremismus und der Lähmung angesichts multipler Krisen? Bei unserer Veranstaltungsreihe „Defend Democracy“ im Schlachthof Wiesbaden analysiert Soziologe Prof. Dr. Matthias Quent die Mechanismen von Ohnmacht, Wut und Resignation – und zeigt Wege auf, wie demokratische Selbstwirksamkeit, Zivilgesellschaft und antifaschistische Gegenkultur praktisch gestärkt werden können. Moderation: Martin Steinhagen.
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Mehr dazu:
Für den Erfolg rechtsextremer Bewegungen und Parteien sind Bedrohungsnarrative zentral. Deutschland werde überrannt, die Eliten seien korrupt, es drohten Blackout und Ökodiktatur: Damit befeuern sie das Stress- und Angstsystem, erzeugen Furcht und Ohnmachtsgefühle - und vermitteln gleichzeitig, dass nur sie den „Untergang des Landes” abwenden könnten.
Was den Faschismus psychologisch attraktiv macht, ist sein paradoxes Erlösungsangebot: „Allein bist du nichts – aber als Teil einer großen Bewegung bist du alles.” Die eigene schmerzhafte Ohnmacht wird kompensiert über das Phantasma uneingeschränkter Macht.
Allein mit Wehrhaftigkeit, Sachargumenten, Vernunft und Bildung ist der faschistischen Gefahr nicht beizukommen. Es gilt, die emotionalen Muster anzugehen, mit denen Agitatoren das demokratische Betriebssystem angreifen. Wir müssen verstehen, was Krise, Ohnmacht und Faschismus miteinander zu tun haben und wie Demagogen diese Zusammenhänge ausnutzen.
Die demokratische Zivilgesellschaft muss ihr Tun jetzt priorisieren, auch wenn dafür andere Themen kurzfristig hintangestellt werden müssen. Denn Freiheit, Fortschritt und Demokratie wurden unter großen Anstrengungen und Verlusten errungen. Es ist unsere Verantwortung, sie nicht zu verlieren.
00:00 Begrüßung durch Carsten / Strubbel, Schlachthof Wiesbaden
04:52 Einleitung durch Moritz Buch, Moment mal! Wiesbaden
12:28 Vortrag Matthias Quent: Wahlergebnisse, Polikrise & Ursachen
23:20 Krisenreaktionen: Kämpfen, Fliehen, Erstarren oder Anpassen?
27:50 Empörte Ohnmacht und das Potenzial der Selbstwirksamkeit
35:00 Warum die AfD paradoxerweise als „Hoffnungskraft“ wahrgenommen wird
48:00 Die Rolle von Ost- und Westdeutschland im Vergleich
59:58 Bildungsspaltung und soziale Entfremdung als Nährboden
01:08:00 „Feelgood-Rechtsextremismus“ und Stimmungsarbeit
01:13:00 Blockierte Bewegungsenergie, Rache und Demütigung
01:18:10 Kooperativer Föderalismus und die Gefahr von Landesregierungen
01:24:40 Gegenstrategien: Mut, Unbekümmertheit & Handeln
01:27:00 Autonome Zivilgesellschaft und alternative Strukturen finanzieren
01:30:00 „Fight Fire with Fire“ und Dreistigkeit der Demokraten
Publikumsfragen:
01:32:45 Was tun nach politischem Scheitern?
01:35:00 Radikalität vs. Extremismus im demokratischen Diskurs
01:40:00 Politische Bildung, Ostidentität & gesellschaftliche Werte
01:42:45 Social Media, Algorithmen und Emotionalisierung von Politik
01:45:10 Plattformmacht brechen
01:47:00 Komplexitätsreduktion und klare Kante vs. Populismus
► Dr. Matthias Quent war seit Mai 2021 Professor für Soziologie an der Hochschule Magdeburg-Stendal, sowie Gründungsdirektor des Instituts für Demokratie und Zivilgesellschaft (IDZ) in Jena und hat seit März 2026 eine Professur für Digitalisierung und gesellschaftliche Transformation an der Ernst-Abbe-Hochschule Jena inne.
👉 2026 erschien sein Buch „Keine Macht der Ohnmacht. Wie wir Krisen bewältigen und uns gegen Faschismus wehren” - https://www.piper.de/buecher/keine-ma....
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defend democracy!
Eine Kampagne von Moment mal! und dem Kulturzentrum Schlachthof Wiesbaden
👉 www.defend-democracy.de
Mehr Veranstaltungen:
👉 defend-democracy.de/veranstaltungen
👉 www.instagram.com/defenddemocracy2025/
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❗️ "Moment Mal! Aktion für eine offene Gesellschaft" ist ein Freundeskreis, der sich 2018 aus unterschiedlichsten Spektren der Wiesbadener Stadtgesellschaft zusammengefunden hat, um Demokratiefeindlichkeit und Demokratiefeinden etwas entgegen zu setzen. Moment Mal! ist davon überzeugt, dass die Antworten auf die drängenden Fragen unserer Gesellschaft nur in kooperativen demokratischen Prozessen entwickelt werden können, auf der Basis von allgemeinen Menschenrechten, fairen inklusiven Institutionen und Respekt für die Vielgestaltigkeit des Lebens. Die offene Gesellschaft ist hierfür die Geschäftsgrundlage.
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