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DIE STILLE FABRIK VON BLAUPUNKT: WIE DER KÖNIG DES AUTORADIOS ZUR HECKENSCHERE WURDE

Funkstille

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DIE STILLE FABRIK VON BLAUPUNKT: WIE DER KÖNIG DES AUTORADIOS ZUR HECKENSCHERE WURDE

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Du steigst ins Auto, drehst den Knopf, und aus dem Armaturenbrett kommt Musik. Auf dem Gerät sitzt ein kleiner blauer Punkt. Du hast ihn tausendmal gesehen und nie darüber nachgedacht. Für Millionen Menschen in Europa war Blaupunkt der Klang der Straße: die Fahrt in den Urlaub, das Lied bei offenem Fenster, die Nachtfahrt nach Hause. Heute steht dieser Name auf Elektrowerkzeugen, E-Bikes und Gartengeräten. Wie kann ein Name alles verlieren außer sich selbst? Diese Folge erzählt die ganze Strecke, von der ersten Werkbank bis zur letzten Kündigung. Alles beginnt 1923 in Berlin mit der Gründung der Ideal Radiotelefon- und Apparatefabrik GmbH. Fünf Mitarbeiter, ein Standort in Bollersdorf, Fernsprechapparate und Zubehör. Nichts, was nach Zukunft klingt. Doch das Haus verkauft Kopfhörer, und jeder Kopfhörer wird geprüft. Wer die Prüfung besteht, bekommt ein Zeichen: einen blauen Punkt. Kein Logo, kein Werbeeinfall, sondern ein Prüfstempel. Und dann passiert etwas, das sich keine Marketingabteilung ausdenken kann: Die Kunden merken sich nicht die Firma, sondern den Punkt. 1924 wird die Marke Blaupunkt eingetragen. Damit ist aus einem Versprechen ein Besitz geworden, und alles, was man besitzen kann, kann man eines Tages auch verkaufen. Es folgt der Aufstieg. Umzüge, eigene Fabriken, Rundfunkgeräte und Lautsprecher. Anfang der 1930er Jahre übernimmt Robert Bosch das Unternehmen. Die Quellen nennen dafür unterschiedliche Jahre, und wir sagen dir im Video offen, welche. 1932 zeigen die Ideal-Werke auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin den Autosuper AS 5, das erste Autoradio Europas: 15 Kilogramm schwer, größer als ein Schuhkarton, 465 Reichsmark teuer, rund ein Drittel eines Autopreises. Verkauft wird es etwa 400 Mal. Und trotzdem bestimmt dieses eine Gerät die nächsten achtzig Jahre der Firma. Nach dem Krieg wird Hildesheim zur neuen Keimzelle. 1959 läuft dort das millionste Blaupunkt-Autoradio vom Band, 6000 Menschen arbeiten am Standort. 1966 kommt ein Werk in Herne dazu, zuerst in der alten Turnhalle einer Zeche, dann an der Forellstraße, 850 Arbeitsplätze, später auch Autolautsprecher. Das ist der Gipfel. Und Gipfel erkennt man immer erst später. Dann drehen sich Markt und Logik. Ab Mitte der 1980er Jahre beginnen die Stellenstreichungen, 1992 schließt Herne. Ende 2008 trennt sich Bosch von Blaupunkt und verkauft das Handels- und Komponentengeschäft an den Investor Aurelius, behält aber das Erstausrüstungsgeschäft. Warum genau dieser Schnitt das Ende einleitet und was er über den Wert einer Marke verrät, ist das Herzstück dieser Folge. 2015 beginnt die Insolvenz, im Februar 2016 erhalten in Hildesheim die letzten 33 Mitarbeiter ihre Kündigungen. Was ein Investor damals übernimmt, ist der Lagerbestand und die Lizenz. Keine Mitarbeiter, kein Standort. Wem der blaue Punkt heute gehört, was heute unter diesem Namen verkauft wird und warum die Marke lebt, während die Firma längst aus dem Handelsregister verschwunden ist, erfährst du am Ende des Videos. Wenn dir solche Geschichten über deutsche und europäische Traditionsmarken gefallen, abonniere den Kanal, lass ein Like da und schreib in die Kommentare: Welches Blaupunkt-Gerät stand bei dir zu Hause oder im Auto?