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Warum es völlig egal ist, worum es geht - Der MacGuffin erklärt

Anatomy of a Film и Filmtoast

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Warum es völlig egal ist, worum es geht - Der MacGuffin erklärt

251 просмотр · 10 дней назад
Anatomy of a Film и Filmtoast
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Was ist ein MacGuffin? – Und warum wir Dinge begehren, die eigentlich nichts bedeuten Was haben Der Herr der Ringe, Titanic, Der Soldat James Ryan und Pulp Fiction gemeinsam? In all diesen Filmen spielt ein erzählerisches Element eine entscheidende Rolle, das wir oft gar nicht bewusst wahrnehmen: der MacGuffin. In diesem Video erkläre ich, was ein MacGuffin eigentlich ist, warum Alfred Hitchcock den Begriff berühmt gemacht hat und welche Bedeutung er für die Dramaturgie des Films besitzt. Dabei gehe ich auch auf das berühmte Gespräch zwischen Hitchcock und François Truffaut ein, in dem Hitchcock seine Vorstellung vom MacGuffin erläutert. Doch was macht einen MacGuffin wirklich stark? Anhand verschiedener Filmbeispiele untersuche ich, warum ein MacGuffin gerade dann besonders interessant werden kann, wenn das Objekt selbst eigentlich lächerlich oder bedeutungslos ist. Ein besonders schönes Beispiel dafür ist Pulp Fiction: Der Inhalt des mysteriösen Koffers wird niemals enthüllt. Trotzdem treibt der Koffer die Handlung an und besitzt für die Figuren eine enorme Bedeutung. Genau darin liegt ein faszinierendes Paradox: Der MacGuffin muss für die Handlung wichtig sein – aber für uns als Zuschauer muss er nicht unbedingt wichtig sein. Im Video geht es deshalb nicht nur um eine dramaturgische Technik, sondern um eine grundsätzliche Frage: Was bedeutet es eigentlich, etwas zu begehren? Hier entsteht eine überraschende Verbindung zwischen dem MacGuffin und der Psychoanalyse. Denn ein MacGuffin kann „hohl“ sein: Er ist im Grunde nur ein Vorwand, der Figuren in Bewegung setzt. Entscheidend ist nicht unbedingt, was sich hinter dem MacGuffin verbirgt, sondern dass die Figuren davon überzeugt sind, dass sie ihn unbedingt brauchen. Und vielleicht funktioniert unser eigenes Begehren auf eine ähnliche Weise. Wir Menschen besitzen ein grundlegendes, naturgegebenes Bedürfnis zu begehren – aber was wir konkret begehren, ist nicht einfach biologisch vorgegeben. Unsere Wünsche und Ziele entstehen in einem sozialen und kulturellen Zusammenhang. Wir lernen gewissermaßen, was wir begehren sollen. Damit stellt sich eine spannende Parallele: Der MacGuffin ist leer – aber gerade diese Leere bringt die Handlung in Gang. Auch unser Begehren scheint häufig auf etwas gerichtet zu sein, dessen Bedeutung nicht allein im begehrten Gegenstand selbst liegt. Wir begehren Dinge, weil sie für uns etwas repräsentieren: Erfolg, Liebe, Anerkennung, Sicherheit, Status oder ein bestimmtes Bild von uns selbst. Vielleicht ist das Geheimnis des MacGuffins deshalb auch ein Geheimnis unseres eigenen Begehrens. Anhand von Der Herr der Ringe, Titanic, Der Soldat James Ryan und Pulp Fiction untersuche ich, wie unterschiedlich MacGuffins funktionieren können – und warum die scheinbare Leere eines MacGuffins dramaturgisch sogar seine größte Stärke sein kann. Was ist euer Lieblings-MacGuffin? Und braucht ein MacGuffin überhaupt eine konkrete Bedeutung – oder funktioniert er gerade deshalb so gut, weil er leer bleibt? Schreibt eure Gedanken gerne in die Kommentare. Redaktion & Moderation: Sven Unland Kamera: Raul Valer Ton: Eugenia Fontana #macguffin #filmanalyse #drehbuchschreiben #AlfredHitchcock #pulpfiction