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Plenum der Glocken von Hl. Dreifaltigkeit (Fraulautern)

Peter Speth

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Plenum der Glocken von Hl. Dreifaltigkeit (Fraulautern)

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Peter Speth
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Glockenläuten der katholischen Pfarrkirche Hl. Dreifaltigkeit in Saarlouis-Fraulautern. Die fünf Bronzeglocken (Salve Regina Motiv: b° d' f' g' a') wurden 1954 in der Fraulauterner Glockengießerei Otto gegossen. Das Geläut hat ein Gesamtgewicht von 7 Tonnen. Die Kirche Heiligste Dreifaltigkeit in Saarlouis-Fraulautern ist ein besonderes Zeugnis des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg. Ihre Geschichte reicht jedoch noch weiter zurück: Die ursprüngliche Pfarrkirche wurde 1895 nach Plänen des Architekten Wilhelm Hector im neugotischen Stil errichtet. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie jedoch schwer beschädigt und schließlich so stark zerstört, dass ein Wiederaufbau nicht mehr möglich war. Schon seit der Gründung der Abtei Fraulautern im 12. Jahrhundert war der Ort ein bedeutendes geistliches und politisches Zentrum. Die Besitztümer des hochadeligen Damenstifts erstreckten sich von Lothringen bis nach Bitburg und umfassten zahlreiche umliegende Ortschaften. Die dort lebenden Augustinerinnen verfügten nicht nur über geistliche Autorität, sondern übten in den zugehörigen Orten auch die hohe und niedere Gerichtsbarkeit aus. Nach dem Zweiten Weltkrieg entschied man sich daher für einen Neubau. Die Architekten Heinrich Latz und Toni Laub erhielten 1949 den Auftrag, mit möglichst sparsamen Mitteln eine würdige, klare und zeitgemäße Kirche zu schaffen. Dabei konnten die bis zu vier Meter tiefen Fundamente des Vorgängerbaus weiterverwendet werden. Am 9. Oktober 1949 wurde der Grundstein für die neue Kirche gelegt und bereits am 10. September 1950 konnte dort erstmals eine Heilige Messe gefeiert werden, obwohl sich das Gebäude zu diesem Zeitpunkt noch im Rohbau befand. Ihr heutiges Erscheinungsbild erhielt die Kirche allerdings erst durch eine umfassende Neugestaltung in den Jahren 1979 und 1980. Unter Pfarrer Willi Rodermann wurde der Kirchenraum nach den Plänen des Architekten und Trierer Dombaumeisters Karl Peter Böhr neu gestaltet. Ziel war ein sakraler Raum, der zum Verweilen und zur Meditation einlädt. Dabei wurde auch der Altarbereich entsprechend den liturgischen Vorstellungen nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil neu geordnet. Der frühere Hochaltar wurde durch einen Volksaltar ersetzt und weiter in die Mitte der Kirche versetzt. Architektonisch präsentiert sich die heutige Kirche als klarer Saalbau mit neoromanischen Elementen. Besonders auffällig sind die Rundbogenarkaden mit Säulen und Würfelkapitellen sowie die großen Rundbögen, die die Nebenchöre mit dem Chorraum und dem Kirchenschiff verbinden. Die Decke des Kirchenraumes bildet eine moderne Rasterbalkendecke, deren Querschnitt eine flache Parabel beschreibt. Über dem Chor befindet sich ein historisierendes Holzlattengewölbe. Ein markantes Element des Kirchenraumes sind die Kirchenfenster von Alois Johannes Plum, die ebenfalls im Zuge der Neugestaltung 1979/80 entstanden. Die drei Fenster in der Apsis symbolisieren die Heiligste Dreifaltigkeit. Die zehn Fenster des Langhauses greifen in abstrakt-symbolischer Form Themen aus dem Alten und Neuen Testament auf. Dabei sind die Fenster paarweise einander zugeordnet: Motive des Alten Testaments finden jeweils eine Entsprechung im Neuen Testament. Die Farbgestaltung bewegt sich vor allem in Braun-, Blau- und Gelbtönen. Auch die übrige Ausstattung verbindet die Geschichte der Kirche mit ihrer heutigen Gestaltung. Aus den früheren Kirchenbauten erhalten geblieben sind unter anderem eine Pietà von 1926, das Taufbecken von 1890 sowie ein Säulenbruchstück, das heute sichtbar in den Chorraum integriert ist. Der Kreuzweg wurde 1958 in der Werkstätte „Ars liturgica“ in Maria Laach geschaffen und in Laacher Tuffstein ausgeführt. Im Mittelpunkt des heutigen Altarraumes steht der von Johann Baptist Lenz aus Sandstein geschaffene Altar. Seine vier Bronzeverkleidungen zeigen biblische Szenen und verbinden dabei Darstellungen aus dem Alten und Neuen Testament. Eine besondere Bedeutung für das Erscheinungsbild von Fraulautern hat der Marienturm, der etwa drei Meter neben der Kirche steht. Der 42 Meter hohe Campanile ist der Glockenturm der Dreifaltigkeitskirche und zugleich ein Wahrzeichen des Stadtteils. Er wurde ab 1954 errichtet. An seinen vier Seiten befinden sich unterhalb des Glockengeschosses große Uhren, während das kupfergedeckte Pyramidendach von einer Marienkrone mit dem „M“ für Maria und einem Kreuz gekrönt wird. Die neue Orgel wurde im Jahr 2001 von der Giengener Orgelbaufirma Link geschaffen. Das Instrument verfügt über 33 Register auf drei Manualen und Pedal. Es zählt zu den klanglich wertvollsten Instrumenten in der Region. Die heutige Dreifaltigkeitskirche verbindet Nachkriegsgeschichte, moderne Sakralarchitektur und traditionelle christliche Gestaltung miteinander. Besonders spannend ist dabei das Zusammenspiel aus den klaren Formen des Kirchenbaus, den farbigen Fenstern, dem warmen Holz des Innenraums und den erhalten gebliebenen Elementen der früheren Kirchen.