TRUMPF: Der Aufstieg Von Licht Und Sein Stilles Erbe In Den Chips Der Welt
Die Zweite Reihe
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TRUMPF: Der Aufstieg Von Licht Und Sein Stilles Erbe In Den Chips Der Welt
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Ein Hof in Stuttgart, ein Schild über der Tür, ein paar Männer an Werkbänken, Öl an den Händen, Feilspäne auf dem Boden. Nichts an diesem Bild sieht nach Weltgeschichte aus. Und trotzdem beginnt genau hier eine Linie, an deren anderem Ende Licht aus Ditzingen steht — Licht, ohne das die derzeit leistungsfähigsten Chips der Welt nicht entstehen würden. Der Name dazwischen ist TRUMPF.
1923 ist kein Jahr, in dem man ein Unternehmen gründet. Das Geld verliert seinen Wert, Menschen tragen ihre Ersparnisse in Körben zum Bäcker. Ausgerechnet in diesem Jahr übernimmt der Stuttgarter Kaufmann Christian Trumpf die mechanische Werkstätte der Julius Geiger GmbH. Sein erstes Produkt ist so unspektakulär, wie ein Produkt nur sein kann: eine biegsame Welle, ein Stück Technik, das eine Drehbewegung um die Ecke trägt, damit ein Bohrer sich dreht. Kein Licht, keine Elektronik, keine Zukunft — und doch der Anfang von allem.
In diesem Video gehen wir Schritt für Schritt den Weg von dieser Werkstatt bis in die Halbleiterindustrie. Wir sprechen über die erste motorbetriebene Handschere von 1934, mit der aus einem Zulieferer ein Maschinenbauer wird. Über die Umzüge nach Weilimdorf und später nach Ditzingen, weil die Hallen immer wieder zu klein werden. Über die Kriegsjahre, die das Unternehmen in seiner eigenen Chronik führt und über die wir offen und ohne Ausschmückung sprechen. Und über den Mann, der 1961 durch die Tür kommt: Berthold Leibinger, Maschinenbauer, Patenkind des Firmengründers, gerade zwei Jahre aus den Vereinigten Staaten zurück — und ausgestattet mit einer Ahnung davon, wie Fertigung in zwanzig Jahren aussehen wird.
Dann kommt der erste Durchbruch, und er sieht aus wie ein Witz: ein schmales Band aus Papier, in das Löcher gestanzt sind. Die TRUMATIC 20 liest daraus, wohin sie fahren und wann sie zustechen soll — 1968 auf der Werkzeugmaschinen-Ausstellung in Paris die Sensation. Meister, die dreißig Jahre lang wussten, was sie tun, sollen die Hände von den Handrädern nehmen und einer Steuerung vertrauen. Wie verkauft man so etwas? Genau daran zeigt sich das Prinzip, das dieses Unternehmen groß gemacht hat.
Denn der zweite Durchbruch läuft zu diesem Zeitpunkt schon leise mit. Seit Ende der sechziger Jahre beschäftigt sich bei TRUMPF ein Mann namens Carl Haas mit dem Laser — in einer Firma, die Blech stanzt, ungefähr so naheliegend wie Raumfahrt in einer Bäckerei. Kein Kunde fragt danach. Es gibt keinen Markt. 1979 stellt TRUMPF trotzdem eine Maschine vor, die weiterhin ganz normal stanzt und das Blech zusätzlich mit Licht bearbeiten kann. Die Branche nickt höflich und hält es für eine Messe-Spielerei. Aus der Zugabe wird die Hauptsache.
Wie aus dem eingekauften Laser ein eigener wird, warum der TLF 1000 alles verändert, wie über 70 Tochtergesellschaften entstehen, und wie ein schwäbischer Maschinenbauer ausgerechnet an die Stelle gerät, an der TSMC und Intel ihre modernsten Chips belichten lassen — das erzählt dieses Video mit Jahreszahlen, Namen und den Momenten, in denen alles hätte schiefgehen können. Am Ende bleibt ein Satz von Berthold Leibinger, der wie ein Urteil über sein eigenes Lebenswerk klingt.
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