Sekunden im Film — dann flogen Stinkbomben — Hildegard Knef
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Sekunden im Film — dann flogen Stinkbomben — Hildegard Knef
18 просмотров · 13 дней назад
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Wenige Sekunden Film genügten. Danach flogen Stinkbomben in deutsche Kinos, in Frankfurt und Mannheim ging Tränengas los, in Regensburg fuhren drei Tage lang Wasserwerfer auf. Hildegard Knef war 25 Jahre alt und bekam Morddrohungen.
Die ganze Lebensgeschichte der ersten großen deutschen Nachkriegsschauspielerin – und die wahre Geschichte hinter dem größten Kinoskandal der deutschen Filmgeschichte.
Hildegard Knef wurde 1925 in Ulm geboren, wuchs in Berlin auf und verließ mit 15 Jahren die Schule, um bei der UFA als Trickzeichnerin zu arbeiten. 1943 bekam sie eine Schauspielausbildung, 1944 begann ihre Beziehung zum Reichsfilmdramaturgen Ewald von Demandowsky, und im April 1945 zog sie in Uniform in die Schlacht um Berlin, geriet in sowjetische Gefangenschaft und kam wieder frei.
1946 spielte sie im ersten deutschen Nachkriegsfilm "Die Mörder sind unter uns" von Wolfgang Staudte eine KZ-Überlebende. Acht Tage vor der Premiere wurde Demandowsky von den Sowjets hingerichtet. 1948 war sie das Titelbild der ersten Ausgabe des Stern, unterschrieb bei David O. Selznick in Hollywood – und weigerte sich, als Gilda Christian aufzutreten und ihre deutsche Herkunft zu verleugnen.
1951 kam "Die Sünderin" von Willi Forst mit der ersten Nacktszene der deutschen Filmgeschichte. Kardinal Frings schrieb ein Hirtenwort dagegen, der katholische Film-Dienst rief zum Boykott auf, in Düsseldorf, Köln, Oberhausen, Regensburg und in ihrer Geburtsstadt Ulm demonstrierten jeweils über tausend Menschen. Zwei Millionen Deutsche sahen den Film trotzdem allein in den ersten drei Wochen.
Was danach kam: der Broadway-Triumph 1955 als Ninotschka in Cole Porters "Silk Stockings" mit 675 Vorstellungen, die Karriere als Sängerin mit "Für mich soll's rote Rosen regnen" und "Ich hab noch einen Koffer in Berlin", der Bestseller "Der geschenkte Gaul" von 1970 – und 1973 in Salzburg die Brustkrebsoperation, über die sie öffentlich schrieb, als in Deutschland niemand über diese Krankheit sprach.
Hildegard Knef starb am 1. Februar 2002 im Alter von 76 Jahren in Berlin an einer Lungenentzündung. Ihre Trauerfeier wurde live im Fernsehen übertragen – von demselben Land, das 51 Jahre zuvor gegen sie auf die Straße gegangen war.
War der Aufstand gegen "Die Sünderin" echte Empörung – oder eine Ablenkung? Schreibt es in die Kommentare.
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