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Edertalsperre 1914: Warum Deutschland ein ganzes Tal flutete

Vergessene Giganten

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Edertalsperre 1914: Warum Deutschland ein ganzes Tal flutete

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Vergessene Giganten
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Im Jahr 1912 tragen Männer im Dorf Berich die Kirche ab, Stein für Stein, und verschließen die Gräber auf dem Friedhof mit Platten aus Beton. Auch Asel und Bringhausen müssen weichen, rund 900 Menschen verlassen das Edertal. Flussabwärts wächst bei Hemfurth eine Mauer, fast 50 Meter hoch und 400 Meter lang. Gebaut wurde sie nicht für Strom, sondern für Schiffe. Und genau genommen war es nicht Deutschland, das hier ein Tal flutete, sondern Preußen. Das ist die Geschichte der Mauer, die ein Tal verschwinden ließ, und der Maschinen, mit denen sie entstand. Vier Kabelkrane mit 500 Meter langen Tragseilen hoben Lasten von bis zu 9 Tonnen über das Tal. Den Baustrom lieferte ausgerechnet die Stollmühle, die selbst im See versinken sollte. Der Stein kam aus Steinbrüchen bei Bringhausen, einem der Dörfer, die geräumt wurden. Allein 1912 wurden 125.000 Kubikmeter Mauerwerk gesetzt. Im August 1914 war der See gefüllt, knapp 30 Kilometer lang, mit 199 Millionen Kubikmetern Wasser. Die Einweihung mit dem Kaiser fand nie statt, weil der Erste Weltkrieg begonnen hatte. In der Nacht zum 17. Mai 1943 riss eine britische Rollbombe eine Bresche in die Mauer, und rund 160 Millionen Kubikmeter Wasser stürzten ins Tal. Rund 2.000 Zwangsarbeiter mussten sie wieder aufbauen. Seit der Sanierung von 1991 bis 1994 verspannen 104 Stahlanker die Mauer mit dem Fels, und bis heute hält sie im Sommer die Oberweser schiffbar. Nur wenn der See im Herbst fast leer läuft, tauchen die versunkenen Dörfer wieder auf, und mit ihnen die Aseler Brücke von 1890. Stammt deine Familie aus dem Edertal, oder hast du die versunkenen Dörfer einmal bei Niedrigwasser gesehen? Schreib es in die Kommentare. #Edertalsperre #Edersee #Talsperre #EderseeAtlantis #Waldeck #Hessen #OperationChastise #Baugeschichte #DeutscheGeschichte #Dokumentation