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Wie sie die Möhnetalsperre bauten – und nach dem Angriff wieder aufbauten

Gebautes Deutschland – Bauwerke & Geschichte и Marine Archiv

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Wie sie die Möhnetalsperre bauten – und nach dem Angriff wieder aufbauten

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Rund einhundertvierunddreißig Millionen Kubikmeter Wasser, gehalten von nichts als dem Gewicht aufeinandergeschichteter Steine — und darunter kein solider Block, sondern ein Fels aus dem Oberkarbon, aus Sandstein, Grauwacke und Tonschiefer, den die variszische Gebirgsbildung gefaltet und von zahllosen Rissen durchzogen hatte. Ehe im Sauerland die erste Lage der Mauer stieg, musste dieser undichte Grund bezwungen werden. Der Ruhrtalsperrenverein, achtzehnhundertneunundneunzig gegründet, beschloss am achtundzwanzigsten November neunzehnhundertvier den Bau; das Prinzip stammte von Otto Intze aus Aachen, der noch im selben Jahr starb, und in Stein umgesetzt hat es der Baudirektor Ernst Link, nach dem bis heute der Linkturm auf der Krone benannt ist. Errichtet wurde eine Gewichtsstaumauer, ein Keil aus Bruchsteinmauerwerk, an der Sohle rund vierunddreißig Meter breit und an der Krone nur noch sechs Meter und fünfundzwanzig Zentimeter. Gegen das sickernde Wasser staffelte man drei Verteidigungslinien: einen Tonkeil an der Wasserseite, einen Injektionsschleier aus verpresstem Zement tief im Fels und einen begehbaren Kontrollgang am Fuß des Walls. Vierzig Meter und dreißig Zentimeter hoch über dem Fundament, sechshundertfünfzig Meter lang und aus zweihundertsiebenundsechzigtausend Kubikmeter Mauerwerk wuchs der Wall zwischen neunzehnhundertacht und neunzehnhundertzwölf empor, herangeschafft über eine eigene Feldbahn. Am zwölften Juli neunzehnhundertdreizehn wurde die Möhnetalsperre eingeweiht — für fünfundzwanzig Millionen Mark und als bedeutendste Talsperre, die Europa bis dahin gesehen hatte. Für den See versanken die Ortschaft Kettlersteich und der Großteil von Alt-Delecke. Drei Jahrzehnte hielt der Wall dem See stand. Doch in der Nacht vom sechzehnten auf den siebzehnten Mai neunzehnhundertdreiundvierzig flog die britische Staffel mit der Nummer sechshundertsiebzehn unter Guy Gibson die Operation Chastise. Eine eigens ersonnene, springende Bombe — im Englischen Upkeep genannt — übersprang die Torpedonetze und sank am Fuß der Mauer in die Tiefe. Um neunundvierzig Minuten nach Mitternacht riss der Wurf eines Fliegers namens Maltby eine Bresche von etwa sechsundsiebzig Metern. Mehr als einhundert Millionen Kubikmeter Wasser schossen ins Tal; mindestens eintausendfünfhundertneunundsiebzig Menschen kamen in den Fluten um, die meisten von ihnen verschleppte Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene. Schon am achtzehnten Mai stand der Rüstungsminister Albert Speer an der zerrissenen Wand und befahl, sie in Monaten zu schließen. Die Organisation Todt trieb den Wiederaufbau mit Bruchstein aus Müschede und unter dem Zwang Tausender verschleppter Arbeiter voran; am dritten Oktober neunzehnhundertdreiundvierzig ging die Sperre erneut in Betrieb. Bis heute steht sie an ihrem Platz, regelt mehr als ein Viertel des Wasserhaushalts im Ruhrsystem und liefert Strom für etwa dreitausend Haushalte — ein friedlicher See über einem versunkenen Tal, der die Erinnerung an jene Mainacht bewahrt. #Möhnetalsperre #Möhnesee #Sauerland #OttoIntze #Gewichtsstaumauer #OperationChastise #Talsperrenbau #Ingenieurbau #Baugeschichte #Ruhrgebiet