Weißenbach am Lech/Kath. Pfarrkirche St. Sebastian
HosannaGlocke
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HosannaGlocke
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Kath. Pfarrkirche St. Sebastian in Weißenbach am Lech im Nordtiroler Außerfern -- Österreich.
1. Plenum
2. Bildpräsentation
(Aufnahme in HD 1280 x 720)
Der Herr Mesner von Weißenbach hatte die Möglichkeit, jenes Originaldokument zu lesen, als im Jahre 1864 die politische Gemeinde den Beschluss fasste, eine Stahlglocke aus Bochum zu kaufen; daraus geht außerdem hervor, dass noch festgelegt werden muss, wann sie geläutet wird...
Als dann im 2. Weltkrieg die Nazischergen die noch vorhanden Bronzeglocken vom Kirchturm abnehmen wollten und durch die äußerst beengten Verhältnisse in der Glockenstube es ihnen nicht gelang die „Zwölferin" aus dem Schallfenster zu hieven, wurde diese von ihnen im Turm zerschlagen und die einzelnen Bronzeteile hinabgeworfen. Einigen Pfarrangehörigen gelang es, kleine Brocken des Glockenerzes als traurige Erinnerung mit nach Hause zu nehmen und aufzubewahren. Es wird berichtet, dass in der Zeit vor dieser frevlerischen Glockenzerstörung das ganze Geläute richtiggehend traurig geklungen habe... geradeso, als hätten die Glocken geahnt, was kommen wird...
Mit dem Guss von 3 neuen Bronzeglocken im Jahre 1962 durch die Fa. Graßmayr, wurde auch ein neuer Stahlstuhl eingebaut und die Glocken an sehr stark gekröpften Stahljochen aufgehängt, wodurch der Wendepunkt so verlagert wurde, dass sich der Schwung beim Läuten erheblich reduzierte. Des Weiteren wurden bei dieser Maßnahme lediglich 3 von 4 Glocken mit einem Klöppelfänger ausgestattet.
Dieser „Zustand" war jahrzehntelang eine Gegebenheit an die sich das Hörvermögen gewöhnte...
ABER: Der amtierende Herr Mesner, sowie die Weißenbacher bemerkten mit der Zeit, dass sich der Klang des Geläutes zusehends verschlechterte und jegliche lebendige Klangentfaltung ausblieb.
Eine Inspektion -- vorallem aber auch der persönliche Einsatz des Mesners, sein Engagement und seine Liebe zu den Kirchenglocken gaben den Anstoß hierfür, eine umfangreiche Sanierung in die Wege zu leiten.
Die Ausschreibung erfolgte, und nachdem die Fa. Graßmayr ausschied, wurde die „Absamer Läuteanlagen GmbH & CoKG" mit der Sanierung beauftragt. Abgesehen vom optimalen Preis-Leistungs-Verhältnis, waren auch die Einsatzbereitschaft und der Idealismus der Handwerker ein absoluter Gewinn: Seit nun mehr 4 Jahren befindet sich das Geläute in einem Lärchenholz-Stuhl. Alle 4 Glocken hängen an geraden Lärchenholzjochen und wurden allesamt mit einem Klöppelfänger ausgerüstet - die Glocken 1 & 3 zusätzlich mit einem Schlagwerk direkt am Corpus; der Antrieb erfolgt mittels Keilriemen!
Glocke 1 - Wetterglocke: Gegossen 1864 in Bochum
Schulterinschrift, 1. Zeile:
ST B.V.M. ST IOANN BAPT: ST SEBASTIAN
(Heilige, selige Jungfrau Maria = ehrender Beiname der Gottesmutter -- Heiliger Johannes der Täufer -- Heiliger Sebastian)
Schulterinschrift, 2. Zeile:
LAUDO DEUM VERUM. NIMBUM FUGO. FULGURA FRANGO.
ANNO 1864.
(Ich lobe den wahren Gott. Die Wolken verjage ich. Die Blitze zerbreche ich. Im Jahre 1864)
Glocke 2 -- Hl. Nikolaus von der Flüe: Gegossen 1962 von Graßmayr
Glocke 3 -- Hl. Maria: Gegossen 1962 von Graßmayr
Glocke 4 -- Hl. Josef: Gegossen 1962 von Graßmayr
Mein abschließender, herzlicher Dank gebührt dem Herrn Pfarrer und dem Herrn Mesner!