Berlin-Wedding (D), Paul-Gerhardt Stift - Glocke
Credamusglocke
0:00 / 0:00
Berlin-Wedding (D), Paul-Gerhardt Stift - Glocke
148 просмотров · 5 мес. назад
Credamusglocke
617 подписчиков
148 просмотров · 5 мес. назад
Das Paul-Gerhardt-Stift (Eigenschreibweise: Paul Gerhardt Stift zu Berlin, PGS) diente der Ausbildung von Diakonissen in der Krankenpflege. Es wurde am 7. Juni 1876 durch den evangelischen Pfarrer der St.-Jacobi-Kirche August Disselhoff als private Stiftung zur Pflege von Kranken, Kindern und Alten in christlicher Tradition der Nächstenliebe gegründet. Die Einrichtung belegt im Berliner Ortsteil Wedding des Bezirks Mitte in der Müllerstraße ein größeres Areal, das schrittweise bebaut wurde. Das Leitmotiv aus der Gründungsurkunde von 1876 lautet: „Das Paul-Gerhardt-Stift begehrt allen zu dienen, soweit Kraft und Vermögen reichen, und keinen auszuschließen, er sei, wer er sei, und heiße, wie er wolle“. Es gilt auch weiterhin. Die Bauten – ein Diakonissenhaus, eine Kapelle, ein Krankenhaus mit Isolierstation und mehrere Wohnhäuser – sind nach kleineren Umbaumaßnahmen erhalten und stehen als Bauensemble unter Denkmalschutz.
GESCHICHTE:
An der St.-Jacobi-Kirche (Berlin) in der Luisenstädtischen Gemeinde gründete Pfarrer Carl Schlegel Mitte der 1870er Jahre eine private Stiftung zur Pflege von Kranken, Kindern und Alten und gab ihr den Namen nach dem Kirchenlieddichter Paul Gerhardt. Die Denkmaldatenbank des Berliner Senats nennt als Gründer den Pfarrer August Disselhoff, was als eher unwahrscheinlich anzunehmen ist, da dieser ab den 1850er Jahren im Sauerland und in Westfalen agierte.
Die Gründer konnten im Vorwerk Wedding an der Müllerstraße ein Baugelände erwerben und die Architekten Ernst Schwartzkopff und Heinrich Theising mit der Planung eines größeren Gebäudekomplexes beauftragen.
Das zuerst erbaute Diakonissenmutterhaus („Mutterhaus Kaiserswerther Ordnung“) diente zur Ausbildung von christlichen Krankenschwestern, später auch von Hortnerinnen (Erzieherinnen) und Hauswirtschaftskräften. Die Auszubildenden und die mit einem Berufsabschluss versehenen Schwestern wohnten in diesem Gebäude. Sie arbeiteten mit Krankenhäusern zusammen, betreuten darüber hinaus rund 40 Kindertagesstätten und unterstützten die dortigen Gemeindeschwestern in der Stadt Berlin bzw. in den umgebenden Dörfern.
Das Backsteingebäude in der Müllerstraße wurde 1888 unter dem Protektorat der Kaiserin Auguste Viktoria eingeweiht. Das Geld für den Ankauf des Baugeländes und die Errichtung der Gebäude kam überwiegend aus privaten Spenden, auf einer Bronzetafel in der Toreinfahrt wird besonders der Unternehmer Hermann Gilka als Förderer hervorgehoben.
Nordwestlich schließt sich ein in einem zweiten Bauabschnitt (1897/1898) entlang der Müllerstraße errichteter und in die Tiefe der Fläche verlegter Trakt an. Im Hochparterre erhielt das verlängerte Haupthaus einen kleinen und einen großen repräsentativen holzgetäfelten Festsaal und in den darüber liegenden Etagen Schlafräume für die Diakonissen sowie Verwaltungsräume. Dieser Gebäudeteil ist in lebhafterer Fassadengliederung gehalten und weist eine großzügige Toreinfahrt auf (in der auf einem farbigen Mosaik zu lesen ist: „Erbaut Anno Domini 1897–98“). Hellere und glattere Backsteine kennzeichnen den Neubau. Nach 1905 erfolgte ein zweiter Anbau bis zur Ecke Barfusstraße, der mit heller Majolika verkleidet wurde und jugendstilartige Elemente trägt. In die Erweiterungsbauten zogen neue Abteilungen wie ein Kindergärtnerinnenseminar, eine Hauspflegeschule und andere soziale Bildungsinstitutionen ein.
DIE GLOCKE:
Im Dachreiter-Turm von der Stiftskirche hängt unscheinbar eine kleine Glocke im Ton es“ die zu deren Gottesdienste und wohl jeden Tag um 11:53 zum Mittag läutet.