Schutzleiter: Wie kann ein Kurzschluss Leben retten?
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Schutzleiter: Wie kann ein Kurzschluss Leben retten?
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Durch den dritten Kontakt in Ihrem Stecker fließt fast nie Strom. Trotzdem rettet er Leben, und zwar mit einem absichtlichen Kurzschluss. Dieses Video beantwortet drei Fragen. Wozu ein Draht, durch den fast nie Strom fließt? Wie kann ein Kurzschluss ein Leben retten? Und wozu braucht man dann noch einen FI-Schalter?
DIE KURZE ANTWORT
Der Schutzleiter verbindet das Metallgehäuse eines Geräts mit dem Rückweg zum Transformator. In vielen Häusern geht dieser Weg über den PEN-Leiter bis zum Sternpunkt des Transformators an der Straße. Berührt die Phase das Gehäuse, fließen über 100 Ampere. Der Leitungsschutzschalter merkt das und schaltet in weniger als einer Zehntelsekunde ab. Wo das nicht reicht, schaltet der FI-Schalter schon bei 30 Milliampere ab. Das gilt bei kleinen Fehlerströmen, im TT-Netz und dort, wo gar kein Schutzleiter da ist.
KAPITEL
00:00 Wozu der dritte Kontakt?
00:29 Drei Fragen
00:58 Die Waschmaschine im Keller
01:42 Der Vogel auf der Leitung
02:05 230 Volt durch den Körper
02:34 Die Ader scheuert durch
02:58 Der Weg über den Schutzleiter
03:13 PEN-Leiter und Sternpunkt
03:43 Kurzschluss mit über 100 Ampere
04:09 115 Volt am Gehäuse
04:21 Das TT-System
04:51 Der Schukostecker von 1925
05:59 Alte Häuser und die klassische Nullung
06:38 Ein Unfall aus dem VDE-Bericht
07:17 Der FI-Schalter
08:11 Warum gerade 30 Milliampere?
08:24 Seit wann der FI-Schalter Pflicht ist
09:01 Weniger Tote durch Strom
09:25 Was Sie zu Hause prüfen können
10:02 Zusammenfassung
ZAHLEN IM VIDEO
• 230 Volt über etwa 1000 Ohm Körperwiderstand ergeben etwa 230 Milliampere
• Ab etwa 10 Milliampere kann man einen gepackten Gegenstand nicht mehr loslassen
• Der Kurzschlussstrom über den Schutzleiter liegt über 100 Ampere, manchmal bei Tausenden
• Die Norm erlaubt im TN-System höchstens 0,4 Sekunden bis zur Abschaltung
• Bis dahin liegen am Gehäuse etwa 115 Volt, ungefähr die halbe Netzspannung
• Im TT-System fließen oft nur wenige Ampere, ab etwa 2,3 Ampere
• Der FI-Schalter löst spätestens bei 30 Milliampere aus, nach höchstens 0,3 Sekunden, bei großem Fehlerstrom nach 0,04 Sekunden
• Pflicht für Steckdosen bis 20 Ampere seit Februar 2009, bis 32 Ampere und für Licht in Wohnräumen seit Oktober 2018
• Tote durch Strom in Deutschland: 256 im Jahr 1970, 40 im Jahr 2023 (BG ETEM), 58 im Jahr 2024 nach einer anderen Zählweise (Destatis)
QUELLEN
DIN VDE 0100-410:2018-10 und die Erläuterungen der DKE zu ihrem Konzept
VDE-Ausschuss Sicherheits- und Unfallforschung, «Heizungseinbau in Altbauten», VDE/SUF 2012-05
DGUV Information 203-002, 203-004 und 203-070; DGUV-Plakat 8677-1, «Gefahren des elektrischen Stromes»
BG ETEM, MB 032, «Grundlagen der Sicherheit in der Elektrotechnik»; Statistik der Stromunfälle
Statistisches Bundesamt, Todesursachen 2024
Hager, Tipp 44 zur VDE-AR-N 4100: Aufteilung des PEN-Leiters
SCHUKO-Warenzeichenverband, Historie; Patente DE 489003, DE 530143 und DE 567906
DIN EN 61008-1 und DIN EN 60898-1
Danke an @Joker33-v1g und @wichtelchen für die Hinweise zum PEN-Leiter nach dem letzten Video.
Hinweis: Arbeiten an der Elektrik gehören in die Hände einer Elektrofachkraft. Dieses Video erklärt, wie der Schutz funktioniert. Es ist keine Anleitung.
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Haben Sie zu Hause einen FI-Schalter? Schreiben Sie es in die Kommentare.
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