30.08.2026 Du ghörsch derzue - e Gmeind, wo di gseht | Apostelgeschichte 6,1-7
Pfarrer Emanuil Dragnev
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30.08.2026 Du ghörsch derzue - e Gmeind, wo di gseht | Apostelgeschichte 6,1-7
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Pfarrer Emanuil Dragnev
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E Platz uf dr Chiuchebank isch no nid ds Glyche wie ds Gfüeu: I ghöre derzue. Me cha derbi sy und glych überseh wärde. Was bruuchts, dass us Lüt, wo näbenang sitze, e Gmeind wird, wo niemer vergässe geit?
Die Frag begleitet mi i däm Willkommensgottesdienscht. I wünsche mir e Gmeind, wo Ching und älteri Mönsche Platz hei. Die, wo scho lang da si, und die, wo erscht no müesse acho. Die mit de vile Idee und die, wo im Momänt vor allem öppis bruuche: öpper, wo zuelost.
Aber wie wachst so e Gmeind? Sicher nid, indem e Pfarrer verspricht, alles allei z mache.
D Apostelgschicht verzellt vo Mönsche, wo zäme bäte, teile und uf d Botschaft vo Jesus lose. D Gmeind wachst. Und grad mitts i däm Uufbruch wird sichtbar: Bi dr tägliche Versorgig wärde d Witwe us em griechischsprachige Teil vo dr Gmeind überseh.
Das isch meh als e chlini Panne. Es geit um Mönsche, wo uf Hilf aagwise si. Um ds tägliche Ässe. Und drum, ob die Gmeinschaft, vo dere me redt, o bi ihne aachunnt.
D Bible vertuscht das nid. Si zeigt kei perfekti Chiuche. Si zeigt e Gmeind, wo lerne muess, genauer härezluege. Dr Text seit nid, wär genau tschuld isch. Aber er laht kei Zwyyfel: So cha’s nid wytergah.
Mir chöi vo Liebi rede. Aber Liebi wird dert konkret, wo mir frage: Wär chunnt bi üs z churz? Und was müesse mir ändere, damit das nid so blybt?
D Apostel rüefe d Gmeind zäme. Si wei d Verantwortig teile, statt alles bi sich z bhalte. D Gmeind wählt siebe Männer mit eme guete Ruef, voll Geischt und Wiisheit. Es wird bätet, und d Apostel lege ihne d Händ uf. D Versorgig söu verlässlich wärde, und ds Gebät und d Verkündigung söue nid z churz cho.
Nid eine cha alles. Aber mitenand cha sech öppis ändere.
Genau so möcht i mit öich ungerwägs sy. Nid als eine, wo scho weiss, wie alles söu gah. I kenne no nid alli Gschichte, Brüüch und Beziehige. I bruuche öii Erfahrige, öii Stimme und öii Geduld. I möcht ghöre, was öich Fröid macht. Und o das, wo nid so eifach z säge isch: «I ha mängisch ds Gfüeu, i gah vergässe.»
Zwei leeri Händ. Es offes Ohr. Es Härz, wo öich gärn ha möcht. Das isch mis Bild für dä Afang. Leeri Händ heisse nid: I ha nüt z gä. Si heisse o: I muess nid alles sälber mitbringe. I darf empfange. Vo Gott. Und vo öich.
Villicht dänksch du: Was cha i scho biiträge? Mängisch fangts mit öppis Chliinem aa. Du merksch, dass öpper allei sitzt, und geisch häre. Du bsuechsch öpper, wo nümm guet us em Huus chunnt. Du machsch Kafi, musiziersch oder nimmsch öpper im Outo mit. Du bätisch für e Mönsch, wo grad kei eigete Wort findet.
Das isch nid bloss ds Drumume vom «richtige» Gmeindläbe. O im Zuelose, Tischdecke und Tröschte cha d Liebi vo Christus sichtbar wärde. D Gschicht vo de siebe Männer zeigt: Praktischi Verantwortig brucht o Geischt und Wiisheit.
Und Mitmache heisst meh als: Da hets no Arbeit, mach du die. Dini Stimm söu ghört wärde. Dini Erfahrig söu öppis bewege chönne. Villicht gsehsch du öppis, wo i nid gseh. Villicht merksch grad du, wär am Rand blybt.
Aber eis isch mir wichtig: Du muesch dir din Platz nid verdiene.
O wenn du im Momänt nüt übernäh chasch, ghörsch du derzue. Du darfsch cho, zuelose und di la trage. Mir si nid nume denn Gmeind, wenn mir öppis leischte. Mängisch gäbe mir Halt. Mängisch bruuche mir sälber e Hand. Beides het Platz.
Dr Grund derfür isch nid, dass mir so offeni und gueti Lüt wäre. Dr Grund isch Jesus Christus. Er het üs zersch lieb gha. Er gseht Mönsche, wo anderi überseh. Er dient und git sis Läbe hi – bis a ds Chrüz. Vo däre Liebi läbe mir. Und die Liebi cha üs d Ouge für enang uftue.
Drum ghöre Bäte und Aapacke zäme. Ds Gebät ersetzt ds Handle nid. Und e gueti Organisation ersetzt ds Gebät nid. Bätet o für mi: Dass i guet zuelose. Dass i dr Muet ha, Fähler zuezgä. Und dass Christus i dr Mitti blybt – nid i.
Am Schluss vo däm Bibelabschnitt breitet sech ds Wort vo Gott wyter us, und d Gmeind wachst. Das isch kei Erfolgsrezept. Aber es zeigt e Richtig: Nid üsi Näme söue gross usecho. Mönsche söue d gueti Botschaft ghöre und erfahre: Gott gseht mi. I bi nid vergässe.
Am Ändi söu nid eine alles trage. Und niemer söu vergässe gah.
Nid i für öich. Nid dir für mi. Mir mitenand. Und Christus i üsere Mitti.
Los i die Predigt «Sei du auch dabei» ine. Und schryb gärn i d Kommentär: Was hilft dir, di i nere Gmeind deheime z füehle?
Predigt zum Willkommensgottesdienscht: Pfarrer Emanuil Dragnev
Bibeltext: Apostelgeschichte 6,1–7
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