20.09.2026 -Für aui bätte - o für dä Mönsch? | 1. Timotheus 2,1–6 | Bettag 2026
Pfarrer Emanuil Dragnev
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20.09.2026 -Für aui bätte - o für dä Mönsch? | 1. Timotheus 2,1–6 | Bettag 2026
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Pfarrer Emanuil Dragnev
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Für aui bätte. Das isch schnäll gseit. Bis dir e Name i Sinn chunnt.
Stell der vor: Du hocksch am Chuchitisch. D Tasse isch no warm, dis Handy lütet. Du gsehsch, wär’s isch – und lahsch es lüte. Nach däm letschte Gspräch. Nach däm Satz, wo no immer wehtuet. När wird’s still. Uf em Display steit: «Verpasste Aaruef.»
Für dä Mönsch o bätte?
Die Frag steit mitts i däre Bettagspredigt. Danke, umchehre, bätte: Das si nid nume Wort für e Feschtag. Si füehre üs dert ane, wo ds Läbe weh tuet. Und dert ane, wo villicht öppis Neus cha afa.
Dr erscht Timotheusbrief lädt zum Gebät für aui Mönsche ii. Für die, wo üs lieb si. Für die, wo Hilf bruuche. Aber o für die, wo mir am liebschte us üsne Gedanke würde stryche. A eim einzige Name cha ds Wort «aui» schwär wärde.
Dr Grund für die wyti Fürbitte ligt bi Gott: Er wott, dass aui Mönsche grettet wärde und d Wahrheit erkenne. Jesus Christus het sich für aui hiigäh. Mir müesse nid entscheide, wär no e Zuekunft verdient. Mir dörfe e Mönsch Gott aavertroue, o wenn mir üs sälber kei Veränderig meh chöi vorstelle.
Das heisst nid, Unrächt guetzhäisse. Es heisst, Gott meh zuetröie als üsem letschte Urteil über öpper.
Aber wie chunnt ds Härz i Bewegig? I däre Predigt fangt e Spur ganz chlii aa: mit ere Bohne.
E Maa steckt am Morge tröchni Bohne i di linki Jaggetäsche. Für jedi gueti Erfahrig wandert eini i di rächti. Es fründlechs Wort. Ds frische Brot. Öpper, wo nid nume fragt, wie’s geit, sondern würklech zuelost. Am Abe nimmt er d Bohne einzeln i d Hand und erinnert sich.
D Sorge si no da. Aber si si nid ds Einzige gsi.
Dankbarkeit heisst nid, ds Schwäre schönzrede. Si hilft üs, ds Guete nid o no z verliere. Villicht chunnt dir hüt nüt i Sinn. De muesch nüt erzwinge. Du darfsch o mit lääre Händ zu Gott cho. Wie d Gschicht vo Hiob zeigt, hei o Klage, Verlust und unbeantworteti Frage im Glaube Platz.
Du muesch Gott din Tag nid schöner verzelle, als er gsi isch.
Und du darfsch di korrigiere. Was wär das für es Läbe, wenn mir jede falsche Wäg bis zum Ändi müesste gah? Wenn mir e harts Wort nume drum verteidige müesste, wüu mir’s sälber gseit hei?
«Es tuet mer leid. I ha mi g’irrt.» So chlii cha Umkehr afa. Nid als Garantie, dass aues sofort wieder guet isch. Aber als ehrleche Schritt us em Chrampf, immer rächt ha z müesse.
Gottes Erbarme wartet nid, bis mir aues i Ornig bracht hei. Es macht Muet, d Wahrheit über üs sälber azluege. Vergebig macht Unrächt nid rächt. Si cha aber e Wäg uftue, wo Schuld nid für immer ds letschte Wort het.
«Father Forgive» – «Vater, vergib.» Die Bitte us Coventry füehrt mitten i die Spannig. Täter und Opfer trage nid die gliich Schuld. Wer verletzt worde isch, muess ds Gschehne nid chliirede. Und doch darf me Gott bitte: Füehr die Schuldige zur Umkehr. Schütz die Verletzte. Lah nid zue, dass dr Hass aues bestimmt.
Am Bettag geit üses Gebät über dr eiget Chreis use. Zu Mönsche, wo politisch Verantwortig trage. Für si bätte heisst nid, ihri Entscheidige abzsägne. Mir bitte um Wiisheit, um d Bereitschaft zum Zuelose und um dr Muet, Unrächt z beände.
Mir bätte für Mönsche uf dr Flucht, für Ching voller Angscht und für die, wo näbedra wohne und doch elei si. Und o für die, wo üs Müeh mache. Nid jedes Gebät chunnt mit eme warme Gfüeu. Mängisch längt: «Gott, i weiss nid, wie. Aber du kennsch dä Mönsch.»
Du muesch nid warte, bis du mit dir und dr Wält im Reine bisch. Jesus Christus verbindet üs mit Gott. Drum darfsch du cho, wie du bisch – o mit em Widerstand i dir. Und wenn dir sälber d Wort fähle, darf d Gmeind für di mitbätte.
Am Schluss ligt ds Handy no uf em Tisch. Dr Name isch dr gliich. D Verletzig isch nid eifach verschwunde. Aber villicht isch e Bitte müglech: «Gott, du kennsch üs beidi. Zeig mer, was itz rächt isch.»
Villicht isch das e Nachricht. Villicht e Bitte um Vergebig. I ere bedrohliche Beziehig cha’s heisse, Abstand z halte und Hilf z sueche. Fürbitte verpflichtet di nid, di wieder ere Gfahr uszsetze. Versöhnig laht sech nid erzwinge. Vertroue brucht Zyt und verlässlechi Veränderig. Und wenn dä Mönsch nümm läbt, darfsch du Gott o ds Ungseit aavertroue.
Dr nächscht Schritt muess nid gross sy. Aber er darf ehrlich sy.
Los i die Bettagspredigt ine. Und nimm die Frag mit i din Tag: Für wär chönnt i hüt bätte – grad wüu’s mer schwärfallt?
Predigt: Pfarrer Emanuil Dragnev
Bettag, 20. September 2026 | Bargen | Kirche32
Bibeltext: 1. Timotheus 2,1–6
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