20 Orte, die die DDR ABGERISSEN hat — und danach NIE WIEDER erwähnte | DDR Doku
DDR Enthüllt
0:00 / 0:00
20 Orte, die die DDR ABGERISSEN hat — und danach NIE WIEDER erwähnte | DDR Doku
4 349 просмотров · 2 недели назад
DDR Enthüllt
8,48 тыс. подписчиков
4 349 просмотров · 2 недели назад
Neunzig Kilogramm Sprengstoff, verteilt auf über fünfhundert Bohrlöcher. Siebenhundertfünfzig Kilogramm für eine einzige Kirche. Vierhundertsechsundachtzig Kilogramm für einen einzelnen Kirchturm.
Das sind keine Kriegsschäden. Das sind Materialrechnungen — für Bauwerke, die den Krieg überstanden hatten und danach abgeräumt wurden.
Zwanzig Orte, die in der DDR abgerissen oder gesprengt wurden. Jeder dieser Abrisse hatte einen Beschluss, ein Datum und eine Unterschrift — und die meisten dieser Orte lassen sich heute noch aufsuchen.
Am 15. August 1950 beschloss das Politbüro des Zentralkomitees der SED den Abriss des Berliner Stadtschlosses, obwohl Fachleute die Substanz noch für zu retten hielten. Am 7. September fielen die ersten Detonationen: 90 Kilogramm auf über 500 Bohrlöchern. Der Platz, der danach entstand, blieb 22 Jahre lang leer. Die Universitätskirche St. Pauli in Leipzig war 1968 unbeschädigt, in Nutzung und der letzte mittelalterliche Bau der Universität — am 30. Mai 1968 um 9.58 Uhr wurde sie mit 750 Kilogramm Sprengstoff gesprengt. Der Beschluss zur Sprengung der Potsdamer Garnisonkirche fiel am 26. April 1968 nicht einstimmig: vier Gegenstimmen stehen im Protokoll. Der erste Sprengversuch am 19. Juni misslang, und vier Tage lang stand in Potsdam ein halber Kirchturm. Schinkels Berliner Bauakademie war in den fünfziger Jahren bereits weitgehend wiederaufgebaut, als sie 1962 abgerissen wurde — für das Außenministerium der DDR, das 1996 seinerseits abgerissen wurde. Der Turm der Potsdamer Heilig-Geist-Kirche fiel 1974 mit 486 Kilogramm Gelatine-Donarit auf 230 Bohrlöchern. Die Versöhnungskirche an der Bernauer Straße stand 24 Jahre im Todesstreifen, bevor die DDR-Regierung im Januar 1985 die Sprengung anordnete. An der Bernauer Straße selbst blieben nach dem Abriss der Wohnhäuser 1965 nur die Erdgeschossfassaden stehen, vierzehn Jahre lang. Das Dorf Magdeborn wurde ab 1977 für den Tagebau Espenhain abgebaggert, eine von vierzehn Ortschaften. Rund 12.000 Menschen verloren durch die Zwangsaussiedlungen der Aktionen „Ungeziefer" 1952 und „Kornblume" 1961 Heimat und Besitz. Und von der 1975 gesprengten Denkmalskirche des Berliner Doms liegen bis heute über 400 Fassadenteile in einem Depot.
Kein Urteil, keine Wertung. Beschlüsse, Daten, Sprengstoffmengen — und die Orte, an denen man heute noch nachsehen kann.
DDR Enthüllt dokumentiert die verborgene Geschichte der Deutschen Demokratischen Republik — die Orte, Menschen und Entscheidungen, über die die offizielle DDR-Geschichte schwieg.
Kontakt: odegemauer@gmail.com © DDR Enthüllt 2026
00:00 Einleitung
01:09 #1 Berliner Stadtschloss
04:43 #2 Magdeborn
06:31 #3 Ulrichskirche Magdeburg
08:18 #4 Aktion Ungeziefer
10:24 #5 Sophienkirche Dresden
12:23 #6 Jahrsau
14:10 #7 Potsdamer Stadtschloss
15:54 #8 Johanniskirche Leipzig
17:58 #9 Bernauer Straße
20:55 #10 Garnisonkirche Potsdam
22:51 #11 Schinkels Bauakademie
25:44 #12 Die Grenzdörfer
27:51 #13 Heilig-Geist-Kirche
29:58 #14 Die Herrenhäuser
32:40 #15 Das Kaiserdenkmal
34:38 #16 Markuskirche Leipzig
36:31 #17 Das Alte Gewandhaus
38:11 #18 Die Paulinerkirche
41:12 #19 Die Versöhnungskirche
42:50 #20 Die Denkmalskirche
44:19 Die Bilanz