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Göbekli Tepe – Aufstieg und Fall eines Kultorts vor der Stadt

Chronik des Zerfalls

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Göbekli Tepe – Aufstieg und Fall eines Kultorts vor der Stadt

21 просмотр · 20 ч назад
Chronik des Zerfalls
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Auf dem Kalkplateau bei Şanlıurfa liegt ein T-förmiger Block, der nie aufgerichtet wurde. Er steckt noch im Fels, halb gelöst, und daneben wächst ein Hügel, der nicht aus Erde besteht, sondern aus dem Schutt der Arbeit selbst: Kalkbrocken, Feuerstein und Knochen, fünfzehn Meter hoch. In diesem Hügel stehen Kreise aus T-Pfeilern, die größten fünfeinhalb Meter hoch, mit Füchsen, Ebern, Schlangen und Geiern im Relief. Gebaut haben sie Menschen vor mehr als elftausend Jahren, die noch von Gazelle, Auerochse und wildem Getreide lebten, lange bevor es Städte, Schrift oder Töpferei gab. Der Film folgt dem Ort vom Steinbruch auf dem Plateau bis in die großen Kreise. Er zeigt, wie auf einer Kuppe ohne Quelle Regenwasser in Felsgruben gesammelt wurde, was die Tierbilder auf den Pfeilern von dem unterscheidet, was in den Knochenhaufen tatsächlich gegessen wurde, und warum Tausende Mahlsteine aus Basalt die alte Vorstellung von reinen Jägern ins Wanken bringen. Pfeiler dreiundvierzig mit seinem Geier, dem Skorpion und dem Mann ohne Kopf bekommt seinen eigenen Raum, ebenso die bearbeiteten Schädel, die zeigen, wie die Menschen hier mit ihren Toten umgingen. Am Ende steht die Frage, wie ein solcher Ort aufhört. Die Kreise wurden verfüllt, ob mit Absicht, durch Hangschutt und Regen oder durch beides nacheinander, darüber wird bis heute gestritten. Um achttausend vor Christus dünnt die Nutzung aus, in derselben Zeit, in der sich ringsum der Ackerbau festigt. Über den Kreisen entstehen kleinere Rechteckbauten, und die jüngere Forschung fragt, ob hier ein reines Heiligtum stand oder eine Siedlung mit starker ritueller Seite. Nachbarorte wie Nevalı Çori, Karahan Tepe und Sayburç zeigen, dass Göbekli Tepe kein Einzelfall war, sondern ein Knoten in einem größeren Netz der frühen Jungsteinzeit in Obermesopotamien. Neunzehnhundertdreiundsechzig hielt ein Survey die Steine an der Oberfläche für Grabsteine. Erst neunzehnhundertvierundneunzig erkannte Klaus Schmidt in ihnen die Köpfe von Pfeilern, ein Jahr später begann die Grabung des Museums Şanlıurfa mit dem Deutschen Archäologischen Institut. Grundlage des Films sind die Grabungsberichte und Studien von Klaus Schmidt, Oliver Dietrich, Jens Notroff, Lee Clare, Moritz Kinzel und Joris Peters sowie die Welterbe-Dokumentation der UNESCO. Kapitel 0:00 Kuppe, Tell und Bruch 6:06 Fern vom Wasser: Zisternen im Fels 10:31 Schichten und Zeitrahmen 14:49 Enclosure D: Bau und Datierung 21:18 Enclosure C: Umbau und Eber 26:06 Enclosure A und B: Übergang und Fuchs 29:56 Das Netz der Kreise: E, F, H und der Blick unter den Boden 33:19 Geometrie: das Dreieck der Mittelpunkte 35:47 Der T-Pfeiler als Körper 39:21 Tierbilder: was auf den Pfeilern steht und was gegessen wurde 46:51 Pfeiler 43, Hochrelief und Performance 54:31 Knochen, Fleisch und Wildheit 1:01:55 Die Gazelle: Jahreszeit und Menge 1:04:54 Pflanzen: verkohlte Reste und Phytolithen 1:12:10 Mahlsteine und Produktionslandschaft 1:19:56 Fest, Gefäße und die Bier-These 1:23:28 Schicht II: Rechtecke, Terrasse, Estrich 1:30:19 Sonderbau oder Haus? 1:37:57 Schädel, Knochen und das Bild vom Tod 1:44:46 Verfüllung: Absicht, Hang und Regen 1:52:22 Radiokarbon und die Grenzen der Zeit 1:59:49 Ausdünnung und Aufgabe 2:02:53 Nevalı Çori: Typus und Überlappung 2:07:29 Karahan Tepe, Sayburç und Taş Tepeler 2:11:54 Çayönü, Jerf el Ahmar und das weitere Netz 2:19:47 Religion vor Landwirtschaft? 2:23:20 Wiederfinden und erste Deutung 2:28:14 Revision, Welterbe und Nachleben