Der Palast von Österreichischs mächtiger Reederei!
Architektur & Stadtgeschichten
0:00 / 0:00
Der Palast von Österreichischs mächtiger Reederei!
71 просмотр · 2 дня назад
Architektur & Stadtgeschichten
1,01 тыс. подписчиков
71 просмотр · 2 дня назад
Österreich und das Meer? Heute wirkt diese Verbindung beinahe exotisch. Doch im 19. Jahrhundert entwickelte sich in Triest ein Unternehmen, das zeitweise als größte Reederei des Mittelmeerraums galt: der Österreichische Lloyd.
1833 entstand der Lloyd zunächst noch gar nicht als Reederei. Triestiner Kaufleute, Versicherer und Bankiers wollten zuverlässige Informationen über Schiffe, Ladungen, Häfen und Handelsrouten sammeln. Zu den prägenden Persönlichkeiten dieses wirtschaftlichen Netzwerks gehörten Karl Ludwig von Bruck, Pasquale Revoltella und die Familie Morpurgo. 1836 folgte die Dampfschifffahrt – und aus einem Informationsdienst wurde eines der wichtigsten Verkehrsunternehmen der Habsburgermonarchie.
Seinen wirtschaftlichen Anspruch kann man bis heute an einem der monumentalsten Gebäude Triests ablesen: dem Palazzo del Lloyd. Entworfen wurde er ausgerechnet von einem der großen Wiener Architekten des Historismus: Heinrich von Ferstel. Zwischen 1880 und 1883 entstand ein mächtiger, italienisch geprägter Renaissancepalast voller Allegorien auf Handel und Meer.
Doch der Lloydpalast war nur die repräsentative Spitze eines gewaltigen Systems.
Im heutigen Porto Vecchio entstanden Speicher, Kaianlagen und kilometerlange Gleise. Seit 1857 verband die Südbahn Triest direkt mit Wien. Waren konnten vom Schiff in die Speicher gelangen, von dort auf die Eisenbahn – und anschließend weiter in die gesamte Monarchie.
Nach der Eröffnung des Suezkanals 1869 reichten die Verbindungen des Lloyd schließlich weit über das Mittelmeer hinaus: nach Indien und bis nach Ostasien.
Triest war damit nicht die abgelegene südliche Peripherie Österreichs. Triest war Österreichs Tor zur Welt.
Und genau deshalb erzählen der Lloydpalast und die alten Hafenanlagen nicht nur die Geschichte einer Reederei. Sie erzählen von Handel, Technik, Architektur und einer Habsburgermonarchie, die globaler vernetzt war, als man heute oft vermutet.