54.000 Anleger zahlten für Container, die es nie gab: P&R | Doku
Die Geldspur | Doku
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54.000 Anleger zahlten für Container, die es nie gab: P&R | Doku
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42 Jahre lang kam die Miete pünktlich. Ein gebrauchter Container kostete 1.430 Euro.
Die Frage dieser Folge: Konnte ein einzelner Container das überhaupt verdienen?
1975 begann ein Unternehmen aus Grünwald bei München damit, Seefrachtcontainer
an private Anleger zu verkaufen und sie im selben Vertrag zurückzumieten. Über
vier Jahrzehnte galt das Modell als ruhige Alternative zu Sparbuch und Anleihe:
ein Ding aus Metall mit eigener Nummer, gut vier Prozent im Jahr, Quartal für
Quartal. Im März 2018 stoppten die Zahlungen. Diese Folge rechnet ein einziges
Angebot nach — mit den Zahlen aus den Prospekten, dem Marktbericht und der
Jahresrechnung der Firma selbst, gegengeprüft an den Jahresberichten
börsennotierter Vermieter. Es geht darum, was so ein Container am Weltmarkt
wirklich wert war, wer die Bestände geprüft hat und was den Anlegern bis heute
geblieben ist.
KAPITEL
0:00 Das Angebot
0:53 Was ein Anleger dafür bekam
2:09 Warum das völlig normal aussah
4:04 Herr P.
5:50 Und wo steht mein Container?
7:15 Der Trick mit dem Prozentsatz
8:43 Konnte ein Container das überhaupt verdienen?
11:01 Wohin das Geld floss
12:47 In den Papieren geht etwas vor
15:29 Dann wurden die Container gezählt
17:25 Die Mechanik
19:37 Der Zusammenbruch
23:02 Was mit den Menschen geschah
25:16 Wer daran verdient hat
26:54 War das von Anfang an so gedacht?
29:08 Warum niemand das früher gestoppt hat
30:48 Was aus dem Eisen wurde
31:58 Das Ende
QUELLEN
— P&R Transport-Container GmbH, Konsolidierter Verkaufsprospekt gemäß § 10
VermAnlG, Angebot Nr. 5003 vom 07.08.2017 (Kap. 7.1, 7.9, 9.3)
— P&R Transport-Container GmbH, Konsolidierter Verkaufsprospekt, Angebot
Nr. 5005, Kap. 12.7: Jahresrechnung, Anhang und Revisionsbericht der
P & R Equipment & Finance Corp., Zug, unterzeichnet am 05.01.2017
— P&R Transport-Container GmbH, Veröffentlichung gemäß § 11a Abs. 1 VermAnlG
vom 19.03.2018
— P&R-Gruppe, Marktbericht Seefrachtcontainer 2017 (Internet Archive,
Abruf 17.08.2026)
— Insolvenzverwaltung P&R (Dr. Michael Jaffé, Dr. Philip Heinke),
Pressemitteilungen vom 17.05.2018, 17.10.2018, 10.11.2022, 31.03.2023 und
30.04.2025; frachtcontainer-inso.de, Abruf 17.08.2026
— Amtsgericht München, Pressemitteilung 82 nebst Ergänzung vom 17.10.2018
— Staatsanwaltschaft München I, Pressemitteilungen 07/2018 vom 17.05.2018 und
01/2019 vom 07.02.2019
— Landgericht München I, Urteil vom 02.04.2020, Az. 29 O 11139/19
— Oberlandesgericht München, Endurteil vom 19.05.2022, Az. 8 U 2506/20
— Bundesgerichtshof, Urteil vom 23.07.2024, Az. II ZR 206/22
(ECLI:DE:BGH:2024:230724UIIZR206.22.1)
— Deutscher Bundestag, Drucksache 19/4954 vom 12.10.2018, Antwort der
Bundesregierung
— Schweizerisches Obligationenrecht, Art. 958e (SR 220), Fedlex
— U.S. Securities and Exchange Commission (EDGAR): TAL International Group,
Form 10-K 2012 und 2015; Triton International, Form 10-K 2018;
CAI International, Form 10-K 2016
— Europäische Zentralbank, Data Portal, Reihe EXR.A.USD.EUR.SP00.A
(Jahresdurchschnittskurse), Abruf 17.08.2026
— Stiftung Warentest / test.de, Meldungen und Prospektuntersuchungen zu P&R;
TKL.Fonds, Plausibilitätsprüfungen zu den Angeboten 5003, 5004 und 5005;
Handelsblatt, Recherche von Gertrud Hussla vom 13.05.2018;
investmentcheck.de (Stefan Loipfinger), Auswertungen zum Verfahren
HINWEIS
Gegen den Gründer Heinz Roth erhob die Staatsanwaltschaft München I im Januar
2019 Anklage. Zu einer Hauptverhandlung kam es nicht: Das Verfahren wurde im
Juli 2019 aus gesundheitlichen Gründen eingestellt, der Angeschuldigte starb im
Dezember 2019. Ein Urteil gibt es bis heute nicht; es gilt die
Unschuldsvermutung. Die zivilrechtlichen Feststellungen des Landgerichts
München I und des Oberlandesgerichts München sind nicht rechtskräftig: Der
Bundesgerichtshof hat das Berufungsurteil am 23.07.2024 aus verfahrensrechtlichen
Gründen aufgehoben und zurückverwiesen. Die Insolvenzverfahren dauern an. Alle
Angaben geben den Stand vom [Datum der Veröffentlichung] wieder;
Recherchestand der Quellen: 17.08.2026.
Nachgestellte Szenen sind als „Nachstellung" gekennzeichnet, Symbolbilder als
„Symbolbild". Rechenwege, die nicht aus den Dokumenten stammen, sind im Video
als „Eigenberechnung" ausgewiesen und ihre Grenzen werden dort genannt.
Das ist keine Anlageberatung.