Multiples Myelom: Therapie mit CAR-T & bispezifischen Antikörpern: Was kommt auf mich zu?
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Multiples Myelom: Therapie mit CAR-T & bispezifischen Antikörpern: Was kommt auf mich zu?
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CAR-T-Zellen und bispezifische Antikörper gehören zu den neuen und sehr wirksamen Immuntherapien beim Multiplen Myelom. Doch wie laufen diese Behandlungen ab? Welche Nebenwirkungen können auftreten – und wie sieht das Leben während und nach der Therapie aus?
Im Gespräch mit Privatdozentin Dr. Giesen geht es ganz konkret um den Ablauf der beiden Therapieformen, um mögliche Nebenwirkungen, Infektionsschutz und die Frage, wie sich CAR-T-Zelltherapie und bispezifische Antikörper auf Alltag und Lebensqualität auswirken.
Ein wichtiger Unterschied zu vielen klassischen Krebstherapien liegt in der Wirkweise: CAR-T-Zellen und bispezifische Antikörper nutzen das körpereigene Immunsystem, um die Myelomzellen anzugreifen. Deshalb unterscheiden sich auch die typischen Nebenwirkungen.
Bei beiden Therapieformen kann es besonders zu Beginn zu einer starken Aktivierung des Immunsystems kommen. Häufig tritt Fieber auf. Diese Reaktion wird als Zytokin-Freisetzungssyndrom oder umgangssprachlich auch als „Zytokinsturm“ bezeichnet. Dabei setzen aktivierte Immunzellen große Mengen bestimmter Botenstoffe, sogenannte Zytokine, frei. Die Beschwerden können sich ähnlich wie bei einer schweren Infektion anfühlen. Gerade in dieser Phase werden Patientinnen und Patienten deshalb engmaschig überwacht.
Wie läuft eine CAR-T-Zelltherapie ab?
Die CAR-T-Zelltherapie ist eine individuell für den jeweiligen Patienten hergestellte Therapie. Zunächst werden eigene T-Zellen über eine Blutwäsche gewonnen. Diese Zellen werden anschließend verändert und so programmiert, dass sie die Myelomzellen erkennen und angreifen können.
In den folgenden Tagen können neben Fieber auch neurologische Nebenwirkungen auftreten, beispielsweise Verwirrtheit oder Schwierigkeiten beim Schreiben. Die besonders intensive Überwachungsphase dauert ungefähr zwei Wochen. Längerfristig spielt vor allem das erhöhte Infektionsrisiko eine wichtige Rolle.
Wie läuft die Therapie mit bispezifischen Antikörpern ab?
Bispezifische Antikörper können direkt als Medikament eingesetzt werden und müssen nicht individuell hergestellt werden.
Zu Beginn erfolgt eine sogenannte Step-up-Dosierung: Die Therapie startet mit einer niedrigeren Dosis und wird schrittweise gesteigert. Auch hier kann insbesondere während dieser Eindosierungsphase Fieber auftreten.
Nach Erreichen der Zieldosis wird die Behandlung normalerweise ambulant fortgesetzt. Die Abstände zwischen den einzelnen Gaben können im Verlauf größer werden. Die meisten bispezifischen Antikörper werden als Spritze unter die Haut gegeben.
Infektionsschutz bleibt besonders wichtig
Eine der wichtigsten längerfristigen Nebenwirkungen beider Therapieformen ist eine erhöhte Anfälligkeit für Infektionen.
Lebensqualität, Beruf, Sport und Ernährung
Übelkeit und Haarausfall, wie sie von klassischen Chemotherapien bekannt sind, stehen bei diesen Immuntherapien nicht im Vordergrund. Fatigue, Schwäche und Erschöpfung können jedoch auftreten.
Gleichzeitig kann die sehr gute Kontrolle des Multiplen Myeloms die Lebensqualität deutlich verbessern. Gerade nach einer CAR-T-Zelltherapie kann eine längere therapiefreie Zeit entstehen – für viele Betroffene nach Jahren kontinuierlicher Behandlung ein wichtiger Gewinn an Lebensqualität.
Wie lange wirken die neuen Therapien?
Sowohl mit CAR-T-Zellen als auch mit bispezifischen Antikörpern kann bei vielen Patientinnen und Patienten ein Ansprechen erreicht werden. Besonders wichtig scheint zu sein, wie tief dieses Ansprechen ist.
Nach einer CAR-T-Zelltherapie können Remissionen über viele Jahre anhalten. Ob bei einzelnen Patientinnen und Patienten sogar eine dauerhafte Heilung möglich ist, lässt sich aufgrund der bisher noch begrenzten Langzeitbeobachtung nicht sicher sagen. Deshalb wird teilweise von einer „funktionellen Heilung“ gesprochen: Das Myelom kehrt zu Lebzeiten des Patienten nicht mehr zurück.
Ein Video der Strube Stiftung mit Privatdozentin Dr. Giesen vom Robert Bosch Krankenhaus und Karin Strube von der Strube Stiftung.
Dieses Video dient der Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung.
00:00 CAR-T-Zellen und bispezifische Antikörper: Was ist gleich, was ist anders?
01:24 Unterschied zu klassischen Myelom-Therapien
02:14 Zytokinsturm: Warum Fieber und starke Immunreaktionen auftreten
04:38 CAR-T-Zelltherapie: Ablauf von der Zellgewinnung bis zur Infusion
07:33 Nebenwirkungen nach CAR-T-Zellen: Fieber, Neurologie und Infektionen
09:02 Wie lange dauert die kritische Phase nach CAR-T-Zellgabe?
12:23 Bispezifische Antikörper: Ablauf und Eindosierung
15:10 Behandlungsintervalle und Verabreichung der Antikörper
17:01 Infektionsrisiko und Immunglobuline
18:21 Übelkeit, Haarausfall, Fatigue und neurologische Beschwerden
21:23 Alltag, Arbeit, Sport, Impfungen und Ernährung
24:53 Wie gut wirken CAR-T-Zellen und bispezifische Antikörper?
27:51 Ist das Multiple Myelom mit den neuen Therapien heilbar?