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Friesach: Wo das Mittelalter bis heute überlebt hat!

Architektur & Stadtgeschichten

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Friesach: Wo das Mittelalter bis heute überlebt hat!

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Friesach ist einer jener Orte, an denen man das Mittelalter nicht nur an einzelnen Gebäuden erkennt, sondern im Aufbau der ganzen Stadt. Burg, Kirchen, Markt, Klöster, Mauern und Wassergraben bilden bis heute ein Gefüge, das von Macht, Handel, Religion und Verteidigung erzählt. 860 erscheint Friesach erstmals urkundlich als „ad Friesah“. Über Jahrhunderte stand der Ort unter dem Einfluss des Erzstifts Salzburg. Auf dem Petersberg entstand im 11. Jahrhundert eine Burg, die nicht nur Schutz bot, sondern die Herrschaft der Salzburger Erzbischöfe sichtbar machte. Im 12. und 13. Jahrhundert entwickelte sich Friesach zu einem bedeutenden Handelszentrum zwischen dem Donauraum und Italien. Der hier geprägte Friesacher Pfennig wurde weit über Kärnten hinaus verwendet. 1215 wird Friesach als Stadt genannt – deshalb gilt sie als älteste Stadt Kärntens. Auch architektonisch ist diese Blütezeit bis heute präsent. Die Stadtpfarrkirche St. Bartholomäus besitzt einen romanischen Kern aus dem 12. Jahrhundert und einen gotischen Langchor aus dem frühen 14. Jahrhundert. Gleichzeitig zeigt sie, warum man bei historischen Städten genau hinschauen muss: Die markante Westseite wurde zwischen 1896 und 1912 stark neoromanisch restauriert. Mittelalterliche Substanz und spätere Geschichtsbilder liegen hier direkt übereinander. Ähnlich ist es am Hauptplatz. Viele Häuser reichen im Kern bis ins 12. und 13. Jahrhundert zurück, ihre Fassaden sind aber meist deutlich jünger. Nördlich der Altstadt erinnert die Dominikanerkirche St. Nikolaus an die religiöse Bedeutung Friesachs. 1217 entstand hier die älteste Niederlassung des Dominikanerordens im deutschsprachigen Raum. Am eindrucksvollsten bleibt die Stadtbefestigung. Nach mehreren Eroberungen und Zerstörungen im späten 13. Jahrhundert entstand um 1300 ein neuer, kompakterer Mauerring. Bis heute begleiten hohe Ringmauern, Zwinger und ein rund 820 Meter langer wasserführender Stadtgraben die Altstadt. Friesach ist keine eingefrorene Mittelalterkulisse. Gerade die Mischung aus erhaltenem Mittelalter, späteren Umbauten und sichtbaren historischen Schichten macht die Stadt so spannend.