Reicher als jeder König — das Geheimnis des Jakob Fugger | Dokumentarfilm
Konrad Steinbach
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Reicher als jeder König — das Geheimnis des Jakob Fugger | Dokumentarfilm
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Konrad Steinbach
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Jakob Fugger der Reiche — Der Mann, der Kaiser und Päpste finanzierte
Im Jahr dreizehnhundertsiebenundsechzig verzeichnete ein Augsburger Steuerschreiber die Ankunft eines Dorfwebers aus dem Lechfeld. Anderthalb Jahrhunderte später kannte man den Namen dieser Familie in Rom, Antwerpen, Lissabon, Krakau und Neusohl. Diese ausführliche Dokumentation erzählt in zehn Kapiteln die Geschichte von Jakob Fugger, genannt der Reiche — vom Enkel eines leibeigenen Bauernwebers zum einflussreichsten Kaufmann und Bankier, den Europa je hervorgebracht hat.
Wir folgen seinem Weg von Beginn an: der Zuwanderung des Großvaters Hans Fugger in die Reichsstadt Augsburg, dem Aufstieg durch Barchentweberei, Zunftrechte und kluge Heiratsverbindungen, und der Entscheidung, die alles veränderte — der vierzehnjährige Jakob, ursprünglich für die geistliche Laufbahn bestimmt, wird nach Venedig geschickt. Im Fondaco dei Tedeschi, dem Haus der deutschen Kaufleute am Großen Kanal, lernt er die doppelte Buchführung, den Wechsel und die italienische Geldwirtschaft kennen — Verfahren, die nördlich der Alpen damals praktisch unbekannt waren.
Die Dokumentation beleuchtet ausführlich die wirtschaftlichen Grundlagen seines Aufstiegs: das Silber aus Schwaz im Tiroler Unterinntal, das Darlehen an den verschuldeten Erzherzog Sigmund, den Ungarischen Handel gemeinsam mit Johann Thurzo und das Saigerverfahren, mit dem sich Silber aus ungarischem Kupfererz gewinnen ließ. Sie erklärt, was das Bergregal bedeutete, warum Kupfer im Zeitalter der Artillerie zum strategischen Metall wurde und wie ein Bürger ohne Adelsbrief Zugang zu Bodenschätzen erhielt, die den Landesfürsten gehörten.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Verhältnis zwischen Geld und Macht. Kaiser Maximilian der Erste, der Reichsgrafenstand von fünfzehnhundertvierzehn, die Herrschaften Kirchberg und Weißenhorn, die Wiener Doppelhochzeit mit dem Haus Jagiello — und schließlich die Kaiserwahl zu Frankfurt im Jahr fünfzehnhundertneunzehn, bei der Karl von Habsburg gegen Franz den Ersten von Frankreich antrat. Rund achthundertzweiundfünfzigtausend Gulden kostete diese Wahl; der größte Teil kam aus Augsburg. Das berühmte Mahnschreiben Fuggers an Kaiser Karl den Fünften aus dem Jahr fünfzehnhundertdreiundzwanzig wird in seinem historischen Zusammenhang eingeordnet.
Ebenso ausführlich behandelt die Sendung die römische Seite: die Übernahme des Zahlungsverkehrs zwischen den deutschen Kirchenprovinzen und der Kurie, die Pacht der römischen Münze von fünfzehnhundertacht bis fünfzehnhundertfünfzehn, die Vorfinanzierung der Schweizergarde und die Beteiligung an der Abwicklung der Ablassgelder. Was ein Ablass nach damaliger Lehre war, warum das kanonische Zinsverbot den Handel jahrhundertelang prägte und wie Wechsel, Gesellschaftsverträge und Lieferverträge diese Schranke umgingen, wird verständlich erläutert — ebenso die theologische Auseinandersetzung um den Fünfprozentvertrag und die Rolle des Ingolstädter Gelehrten Johann Eck.
Den Abschluss bilden die Schattenseiten und das Vermächtnis: die Monopolklagen auf den Reichstagen, die Unruhen der Bergknappen in Schwaz und in den oberungarischen Bergstädten, der Bauernkrieg von fünfzehnhundertfünfundzwanzig und die Reformation, die Jakob Fuggers Weltbild in Frage stellte. Und die Fuggerei — die älteste bestehende Sozialsiedlung der Welt, gestiftet ab fünfzehnhundertsechzehn, bis heute bewohnt, mit einer Jahresmiete von achtundachtzig Cent und drei täglichen Gebeten für den Stifter.
Die Darstellung stützt sich auf den Forschungsstand zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte der frühen Neuzeit. Umstrittene Punkte — die Beweggründe der Fuggerei-Stiftung, der Anteil Fuggers am Herrschaftswechsel in Tirol, die Bewertung seiner Monopolstellung und seine mittelbare Rolle im Reformationsgeschehen — werden ausdrücklich als Streitfragen der Forschung dargestellt und nicht einseitig entschieden.
Eine Dokumentation für alle, die sich für die Geschichte Augsburgs und Schwabens, für das Haus Habsburg, für die Renaissance nördlich der Alpen und für die Ursprünge des modernen Geld- und Kreditwesens interessieren.
Ein Beitrag aus der Reihe Geschichten großer Persönlichkeiten von Konrad Steinbach.
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