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Schutzengelfest Tagesevangelium 2. Oktober

Beno Kehl

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Schutzengelfest Tagesevangelium 2. Oktober

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Beno Kehl
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Für Status 3 mit Unterstützung von ki von Beno Kehl produziert. Mehr zu diesem etwas anderen franziskanisch geprägten Weg unter: https://otr.jimdosite.com/ Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 18,1-5.10: In jener Stunde kamen die Jünger zu Jesus und fragten: Wer ist denn im Himmelreich der Größte? Da rief er ein Kind herbei, stellte es in ihre Mitte und sagte: Amen, ich sage euch: Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, werdet ihr nicht in das Himmelreich hineinkommen. Wer sich so klein macht wie dieses Kind, der ist im Himmelreich der Größte. Und wer ein solches Kind in meinem Namen aufnimmt, der nimmt mich auf. Hütet euch davor, einen von diesen Kleinen zu verachten! Denn ich sage euch: Ihre Engel im Himmel sehen stets das Angesicht meines himmlischen Vaters. Das Geheimnis des Reiches Gottes folgt einer gänzlich anderen Ordnung als die irdische oder dämonische Machtlogik. In der Schöpfung spiegelt sich dies im ewigen Gesetz der Natur wider: Nicht vom fertigen, gewaltigen Riesenbaum her baut sich das Leben auf, sondern alles beginnt im Verborgenen – beim winzigen Samenkorn, das in die Erde fällt, stirbt und sich in äußerster Kleinheit der Dunkelheit anvertraut, um aus der Tiefe zu wachsen. Gottes Hierarchie baut sich vom Kleinsten zum Größten auf. Hier offenbart sich der tiefste Grund für den Sturz Luzifers und seiner Gefährten. Ihr Hochmut bestand in der totalen Weigerung, dieses göttliche Prinzip des Kleinwerdens anzunehmen. Sie konnten und wollten nicht ertragen, dass Gott sich ausgerechnet im Geringsten unvorstellbar klein macht und dem Menschen die Fähigkeit zur freiwilligen Demut schenkt. Es war der Neid auf jene Seelen, die den Mut aufbringen, klein zu sein. In vollkommener Antithese dazu steht Maria: Weil sie die kleinste, feinste und niedrigste Seele war – frei von jedem Eigenanspruch und menschlichen Stolz –, konnte der Erzengel Gabriel sie ansprechen. Sie war rein und leer genug, um den Schöpfer zu fassen. Aus dieser radikalen Niedrigkeit heraus, erfüllt vom Heiligen Geist, bricht ihr jubelnder Lobgesang hervor: „Von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.“ Genau in dieser Sichtweise liegt das Urwesen der franziskanischen Spiritualität. Wir Brüder und Schwestern sind berufen, wahre Diener aller Geschöpfe zu sein – nicht durch Herrschaft, sondern durch eine geschwisterliche Verbundenheit mit dem Geringsten und Unscheinbarsten. Jesus bricht mit dem menschlichen Streben nach Prestige, indem er das Kind in die Mitte stellt. Wer das Himmelreich erfahren will, muss die Masken der Wichtigkeit ablegen. Diese kindliche Haltung ist unmittelbar mit dem Geheimnis der Schutzengel verknüpft. Die Engel der Kleinen schauen unablässig auf das Antlitz des Vaters, was jedem Menschen eine unendliche Würde verleiht. Dein Schutzengel sehnt sich danach, mit dir in einen bewussten, innigen Kontakt zu treten, doch er drängt sich nie auf – es braucht deine freie, bewusste Entscheidung. Lass dich auf deine spielerische Intuition ein und lege die rationale Kontrolle ab. Dein Schutzengel flüstert dir im Einklang mit Gott manchmal in stillen Momenten seinen Namen zu, in dem oft ein tiefer Schlüssel für deine persönliche, spirituelle Lebensaufgabe verborgen liegt. Manches geschieht schnell, manches braucht Geduld im Vertrauen. Diese urchristliche Dynamik prägt unsere Kultur bis heute tief ein: Der Schutz der Schwächsten, die unantastbare Würde des Menschen und das tiefe Vertrauen in eine geistige Begleitung wurzeln hier. In einer Leistungsgesellschaft, die uns nach Nutzen bemisst, erinnert uns dieser Text daran, aus dem ständigen Sich-Beweisen auszusteigen und in die dienende Liebe zu finden. Guter Gott, öffne unsere Herzen für die leisen Stimmen des Himmels. Schenke uns den Mut, den Weg der spielerischen Intuition und der kindlichen Kleinheit zu gehen, fernab von allem Hochmut. Lass uns als wahre Diener aller Geschöpfe leben und in dieser tiefen Verbundenheit mit unserem Schutzengel unsere wahre Lebensaufgabe finden. Der Herr segne dich und behüte dich; er lasse sein Angesicht über dir leuchten und sei dir gnädig; er wende sein Antlitz dir zu und schenke dir seinen himmlischen Frieden. Amen.