Bei Rülzheim an der B 9 lag ein Schatz aus der Zeit der Hunnen
Sand der Zeit
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Bei Rülzheim an der B 9 lag ein Schatz aus der Zeit der Hunnen
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Frühjahr 2013, ein Wald bei Rülzheim in der Südpfalz. Ein Metalldetektor schlägt an, gegraben wird ohne Genehmigung, und niemand hält fest, wie die Dinge in der Erde liegen. Heraus kommt ein Schatz, vergraben vor rund 1600 Jahren: ein römischer Klappstuhl aus Eisen und Silber, wie man ihn bis dahin nur von Bildern kannte.
Dazu eine Silberplatte, zerhackt in drei Teile, eine Schale mit Gold und Steinen, zwei zerdrückte Spiegel und fast hundert kleine Goldbleche. Wie das alles in der Grube lag, verrät heute nur eine Skizze. Gezeichnet hat sie der Mann, der den Schatz ausgegraben hat, und zwar erst hinterher.
Diese Folge fragt: Was kann man über einen Fund noch herausfinden, wenn niemand gesehen hat, wie er in der Erde lag? Ein Olivenkern datiert den Stuhl, aber nicht den Schatz. Das römische Silber wurde absichtlich zerschlagen, das Gold aus der Welt der Steppenreiter blieb heil. Die Archäologen haben im Lauf der Jahre drei Deutungen vorgelegt, die jüngste nennen sie selbst eine Arbeitshypothese. Und drei Strafprozesse führten zu einer Frage, die eigentlich die Archäologie beantworten müsste. Das Gericht hat sie am Ende nicht entschieden.
Ruhig erzählt, zum Zuhören — beim Spazieren, Pendeln oder Einschlafen.
Die Bilder der Fundstücke im Video sind, soweit nicht anders gekennzeichnet, Rekonstruktionen nach den wissenschaftlichen Beschreibungen.
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00:00 Ein Detektor schlägt an
01:49 Monate im Haus, eine Grube im Wald
05:39 Elf Gegenstände
11:49 Drei Antworten auf dieselbe Frage
17:08 Vor Gericht
21:51 Was die Grube hätte erzählen können
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QUELLEN
Wissenschaftliche Publikationen
U. Himmelmann / R. Petrovszky: Der römische Klappstuhl aus Rülzheim. Mit einem Anhang von H. Becker. Bonner Jahrbücher 218 (2018), S. 153–192. https://doi.org/10.11588/bjb.2018.1.7...
U. Himmelmann / R. Petrovszky: Der „Schatz von Rülzheim" und die Folgen. Zum vorläufigen Forschungsstand und über die Zusammenarbeit mit ehrenamtlichen „Sondengängern" in der Pfalz. Germersheimer Geschichtsblätter 5 (2018), S. 7–40.
U. Himmelmann: Seiner Geschichte beraubt – der spätantike Schatzfund von Rülzheim. In: Wissensgesellschaft Pfalz. 90 Jahre Pfälzische Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften (2015), S. 165–174.
R. Karl: Meinungsbilder zum „Barbarenschatz"-Urteil. Bangor Studies in Archaeology, Report No. 9 (2015).
R. Karl: Das archäologische Debakel von Rülzheim. Blog „Archäologische Denkmalpflege", 18.02.2018. https://archdenk.rkarl.org/2018/02/da...
Antike Quelle
Prosper Tiro, Epitoma chronicon (ed. Th. Mommsen, MGH Auctores antiquissimi 9, Chronica minora I).
Presse (Prozessberichte)
Die Rheinpfalz, Berichte 2015–2018, u. a. zum Urteil vom 08.02.2018
Mannheimer Morgen / mannheim24, Prozessberichte Januar–Februar 2018
Museum
Historisches Museum der Pfalz, Speyer
#Geschichte #Archäologie #Spätantike
Bildnachweise (Wikimedia Commons, Ausschnitte bearbeitet):
CC BY-SA 4.0 (creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0):
Rülzheim – Gerd Eichmann – commons.wikimedia.org/?curid=61771006
Rhein bei Worms – Sciencia58 – commons.wikimedia.org/?curid=118888305
Speyer, Luftbild – Carsten Steger – commons.wikimedia.org/?curid=122830695
Rheinebene – Achim Lammerts – commons.wikimedia.org/?curid=198891707
Altlußheim – Matti Blume – commons.wikimedia.org/?curid=173388071
Justizzentrum Frankenthal – Subamaggus – commons.wikimedia.org/?curid=117417180
Landgericht Frankenthal – Rudolf H. Boettcher – commons.wikimedia.org/?curid=150478349
Speyerer Dom – Gerd Eichmann – commons.wikimedia.org/?curid=65316402
Speyerer Dom – Sebastian Mierzwa – commons.wikimedia.org/?curid=94467592
Hist. Museum der Pfalz – GFreihalter – commons.wikimedia.org/?curid=165403747
Hist. Museum der Pfalz – Gerd Eichmann – commons.wikimedia.org/?curid=65302145
CC BY-SA 3.0 (creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0):
Rülzheim – Infokoordinator – commons.wikimedia.org/?curid=17132853
Projecta-Kästchen – Jononmac46 – commons.wikimedia.org/?curid=31903276
Hagendenkmal – Jivee Blau – commons.wikimedia.org/?curid=26705798
Hagendenkmal – EPei – commons.wikimedia.org/?curid=24456621
Nibelungenlied C – Torana – commons.wikimedia.org/?curid=53357259
Rathaus Rülzheim – Immanuel Giel – commons.wikimedia.org/?curid=19570989
Rathaus Rülzheim – Immanuel Giel – commons.wikimedia.org/?curid=19570988
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Mosaik Sidi Ghrib – Carole Raddato – commons.wikimedia.org/?curid=161867851
CC BY 4.0 (creativecommons.org/licenses/by/4.0):
Worms, 17. Jh. – S. de Beaulieu / Landesarchiv BW – commons.wikimedia.org/?curid=167228559
Amtsgericht Speyer – Kmtextor – commons.wikimedia.org/?curid=146555818
CC BY 3.0 (creativecommons.org/licenses/by/3.0):
Zweibrücken – Immanuel Giel – commons.wikimedia.org/?curid=54004428
Gommern – Dguendel – commons.wikimedia.org/?curid=113243584