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Was Rote Bete wirklich mit deinem Blutdruck macht

Küchenlabor

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Was Rote Bete wirklich mit deinem Blutdruck macht

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Küchenlabor
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Rohe Rote Bete zu reiben hinterlässt rote Finger, und die meisten denken, so ein kräftiger Farbstoff müsse doch etwas tun. Tut er nicht, nicht für das, worum es hier geht. Der Stoff, der zählt, ist unsichtbar: Nitrat. Daraus baut dein Körper ein Signal, das die dünne Muskelschicht in der Wand deiner Arterien etwas lockerlässt, und in einem Londoner Versuch lag der obere Blutdruckwert gesunder Erwachsener nach einem halben Liter Rote-Bete-Saft tiefer als nach Wasser. Saft, nicht Salat: Der Saft enthielt fast achtmal so viel Nitrat wie zweihundert Gramm geraspelte Knolle nach der Durchschnittsrechnung. Und der Weg dieses Stoffes hat eine Schleife, die kaum jemand kennt: Er verlässt das Blut wieder, kommt mit dem Speichel in deinen Mund zurück, und Bakterien auf deiner Zunge machen daraus den nächsten Schritt. Genau dort steht der einzige Gegner, den man gemessen hat, und er steht nicht in deiner Küche, sondern in deinem Bad. Was in der Knolle steckt und was daraus wird: Eine polnische Lebensmittelanalyse fand im Durchschnitt konventioneller Marktproben neunzig Milligramm Nitrat pro hundert Gramm frischer Rote Bete, mit großen Schwankungen zwischen den Proben (Brzezińska-Rojek und Kollegen, Fachzeitschrift Foods, zweitausenddreiundzwanzig; EU-Mittel, keine Firma). Der Umweg über den Mund und was ihn stört: Als Freiwillige nach dem Saft jeden Speichel ausspuckten, statt ihn zu schlucken, stieg das Nitrit im Blut nicht und der Blutdruck sank nicht (Teilversuch bei Webb und Kollegen). Eine Woche Mundspülung mit Chlorhexidin ließ die Nitritbildung im Mund deutlich sinken, in einem Vorher-Nachher-Versuch ohne Scheinprodukt, bei dem mehrere Autoren Direktoren der Firma Heartbeet waren (Kapil und Kollegen, Fachzeitschrift Free Radical Biology and Medicine, zweitausenddreizehn). Verschiedene Spülungen wirkten dabei verschieden (Woessner und Kollegen, Fachzeitschrift Nitric Oxide, zweitausendsechzehn). Und eine Übersichtsarbeit von diesem Jahr fand beim oberen Blutdruckwert unter Chlorhexidin keinen klaren Unterschied; mitfinanziert von HALEON, einem Hersteller von Mundpflegeprodukten, der das Manuskript freigegeben hat (Toonen und Kollegen, International Journal of Dental Hygiene, zweitausendsechsundzwanzig). Der Test in deiner Küche ist eine Waage mit Tara-Taste und dauert nicht länger als das Reiben selbst; er hat eine klare Regel für zu wenig und für zu viel. Der zweite Test steht im Bad: ein einziges Wort auf der Rückseite der Flasche. Und der häufigste Fehler kommt von Leuten, die schon informiert sind: Sie kaufen den Shot und rechnen sich die Studie schön, oder sie werfen die gekochte Knolle weg, obwohl deren Nitrat im Blut ankommt. Transparenz: Alle Blutdruckergebnisse stammen aus Versuchen mit Rote-Bete-Saft, nicht mit geraspelter Knolle. Zweihundert Gramm sind eine Küchenportion, keine Dosis und kein Mindestwert. Gekochte Rote Bete ist nicht wertlos; Nitrat geht beim Kochen zum Teil ins Wasser über, eine Prozentzahl für die Knolle gibt es nicht. Keine Mundspülung erhöht nachweislich deinen Blutdruck, und dieses Video rät niemandem, ein verordnetes Produkt abzusetzen oder das Zähneputzen zu ändern. Preise wurden nicht geprüft. Nach diesem Video ist Rote Bete für dich kein Ergebnis mehr, das du erwartest, sondern eine Lieferung, die du abgibst. Abonniere Küchenlabor für die Mechanik hinter alltäglichen Lebensmitteln. Das Etikett sagt dir, was drin ist. Wir sagen dir, was es in dir macht. Hinweis: Dieses Video dient der Wissensvermittlung und ersetzt keine ärztliche Beratung. Wer Blutdruckmedikamente nimmt, nimmt sie weiter und bespricht Änderungen mit der Ärztin oder dem Arzt; wer eine Mundspülung verordnet bekommen hat, fragt in der Zahnarztpraxis nach. #Küchenlabor #RoteBete #Blutdruck #Nitrat #Stickstoffmonoxid #Rohkost #Gefäße #Ernährungswissenschaft #Lebensmittelwissen #Küchenwissen Kapitel: 0:00 Rote Spuren auf dem Brett 0:13 Nitrat lockert die Gefäßwand 0:30 Saft ist nicht Reibe 0:46 Weder Eisen noch Farbstoff 0:56 Der Umweg durch den Mund 1:11 Das Rot bleibt haften 1:21 Farbe ist kein Messgerät 1:34 Nitrat aus der Wurzel 1:52 Die Rechnung für die Schüssel 2:05 Wenn die Gefäßwand nachgibt 2:24 Die Baustelle wird weiter 2:40 Saft gegen Wasser in London 3:00 Versuchssaft hat mehr Nitrat 3:16 Die Schüssel und der Rückweg 3:28 Speicheldrüsen holen Nitrat zurück 3:51 Der Zettel braucht den Umweg 4:03 Spucken unterbricht die Schleife 4:21 Die Flasche im Badezimmerschrank 4:32 Eine Woche mit Chlorhexidin 4:58 Spülungen wirken nicht alle gleich 5:23 Nitrit ist nicht Blutdruck 5:50 Chlorhexidin auf der Rückseite 6:16 Was mit dem Kochwasser geht 6:35 Die Schüssel ersetzt keine Tabletten 6:50 Feste Knollen in den Korb 7:13 Tara vor dem Reiben 7:36 Mit dem Saft aufs Abendbrot 7:59 Der Denkfehler beim Shot 8:14 Von der Schüssel zur Gefäßwand 8:39 Zutaten im Bad nachlesen 8:55 Apfelschale trifft auf Sparschäler