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Lancia Verstand Den Audi Fünfzylinder Erst 18 Jahre Später

Motorenrätsel

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Lancia Verstand Den Audi Fünfzylinder Erst 18 Jahre Später

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Motorenrätsel
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1976 läuft in Turin die letzte Serie eines Motors aus, der ein halbes Jahrhundert lang Lancias Antwort auf eine einzige Frage war: wie man einen Motor kurz baut. Im gleichen Jahr stellt Audi in Ingolstadt den ersten serienmäßigen Reihen-Fünfzylinder-Benziner für Personenwagen vor. Die Hausaufgabe gehörte Turin. Gelöst hat sie Ingolstadt. Das ist die Ausgangslage dieser Folge, und sie ist unbequemer, als die bekannte Erzählung zugibt. Denn Lancia war in dieser Frage nicht die langsamere Firma. Seit dem Lambda von 1922 baute das Haus den engen V, eine V-Anordnung mit zehn bis zwanzig Grad Zylinderwinkel, bei der beide Zylinderreihen in einem Block unter einem gemeinsamen Zylinderkopf sitzen. Lancia hatte das Prinzip erfunden, Antonio Fessia und Ettore Zaccone Mina hatten es in der Fulvia zur Reife gebracht, und von außen wirkt so ein Motor wie ein verkürzter Reihenmotor. Genau das, was Audi brauchte. In Ingolstadt sah die Lage anders aus. Der Audi 100 sollte höher positioniert werden, die Konkurrenz fuhr Reihensechszylinder, und Audi baute seine Motoren längs vor den Vorderrädern ein. Ein Reihensechszylinder wäre in dieser Einbaulage nach dem Urteil der eigenen Ingenieure unfahrbar gewesen, ein V6 hätte komplett neu entwickelt werden müssen, und parallel verbrannte der Kreiskolbenmotor Geld. Was dann kam, war 2144 Kubikzentimeter groß, leistete 136 PS und stemmte 185 Newtonmeter, bei einer Zündfolge 1-2-4-5-3 und 144 Grad Zündabstand. Diese Folge geht der Frage nach, woher dieses Drehmoment wirklich kam. Die Antwort liegt nicht im Schnittmodell und nicht im Ersatzteilkatalog. Sie steckt in zwei Maßen aus einem völlig unspektakulären Vierzylinder von 1972, in einer Zahl, die jeder im Kopf nachrechnen kann, und in einer Teileliste, die dieser Motor mit Millionen anderer teilt. Wer das einmal gesehen hat, versteht auch, warum die eleganteste Konstruktion in Turin lag und die billigere Lösung trotzdem in Ingolstadt gewann. Dazu gehören die unangenehmen Stellen. Der erste Serien-Fünfzylinder war nicht Audi. Der große Drehmomentsprung kam nicht aus dem fünften Zylinder. Die Quellen widersprechen sich bei der Urheberschaft des Grundmotors und bei den Leistungsdaten, und für die Szene im Titel gibt es kein Primärdokument. Wir sagen beides offen, und wir zeigen, wann Lancia doch antwortete: im August 1994, mit 2446 Kubikzentimetern, 175 PS und 230 Newtonmetern, aber quer eingebaut und damit auf eine andere Frage. Am Ende steht eine Korrektur an zwei Legenden, die in entgegengesetzte Richtungen laufen, und eine offene Frage, auf die Volkswagen Jahre später selbst eine Antwort gegossen hat. Wenn Sie solche Motorengeschichten entlang von Werksunterlagen mögen, abonnieren Sie den Kanal und schreiben Sie in die Kommentare, welche Konstruktion aus dem deutschsprachigen Raum wir als nächste auseinandernehmen sollen.