Stalins gefährlichster Mann — Die ganze Geschichte des Lawrenti Beria | Dokumentation
Alexander Weiss
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Stalins gefährlichster Mann — Die ganze Geschichte des Lawrenti Beria | Dokumentation
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Alexander Weiss
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Lawrenti Pawlowitsch Beria — eine dokumentarische Biografie in zehn Teilen
Kaum eine Gestalt der sowjetischen Geschichte ist so bekannt und zugleich so wenig verstanden wie Lawrenti Beria. Sein Name steht bis heute für Terror, Willkür und die Abgründe des Staatsapparats unter Josef Stalin. Zugleich verbinden sich mit ihm Vorgänge, die nicht in dieses Bild passen wollen: die größte Amnestie in der Geschichte der Sowjetunion, ein Befehl, der die Folter verbot, die öffentliche Rehabilitierung zu Unrecht Verurteilter und ein Vorstoß in der deutschen Frage, der seine eigenen Kollegen fassungslos zurückließ.
Diese Dokumentation zeichnet den gesamten Lebensweg nach — vom armen Dorf Mercheuli in den Hügeln Abchasiens über die Jahre in der Erdölmetropole Baku, den Aufstieg im Sicherheitsapparat des Kaukasus, die Führung Georgiens in den dreißiger Jahren, die Übernahme des Innenkommissariats nach Nikolai Jeschow, die Rolle im Staatlichen Verteidigungskomitee während des Krieges, die Leitung des sowjetischen Atomprojekts bis zum Ende in einem Kellerraum im Dezember neunzehnhundertdreiundfünfzig.
Worauf diese Folge beruht
Grundlage der Darstellung sind vor allem veröffentlichte Archivbestände zum Jahr neunzehnhundertdreiundfünfzig: die Anordnungen und Denkschriften Berias an das Präsidium des Zentralkomitees, die Beschlüsse zur Aufhebung des Ärzteverfahrens und des mingrelischen Verfahrens, die Verfügung des Ministerrats zur Lage in der Deutschen Demokratischen Republik vom zweiten Juni, das vollständige Protokoll des Julienplenums, die im Arrest verfassten Briefe sowie die Unterlagen zu Ermittlungsverfahren, Gericht und Urteilsvollstreckung. Für die früheren Lebensabschnitte wurden gesicherte historische Forschungsergebnisse herangezogen.
Wie diese Folge mit strittigen Fragen umgeht
Über Beria kursieren zwei einander ausschließende Erzählungen: die des blutrünstigen Ungeheuers und die des verkannten Modernisierers. Beide vereinfachen. Diese Dokumentation vermeidet vorschnelle Urteile und benennt an jeder umstrittenen Stelle den Stand der Forschung — bei der Tätigkeit in der Spionageabwehr in Baku im Jahr neunzehnhundertneunzehn, bei der Urheberschaft der Schrift von neunzehnhundertfünfunddreißig, beim Tod Nestor Lakobas, bei den Umständen des Todes Stalins, bei den Vorwürfen persönlicher Verfehlungen und bei der Frage, ob die Maßnahmen des Frühjahrs neunzehnhundertdreiundfünfzig aus Einsicht oder aus Kalkül erfolgten. Wo Belege fehlen, wird das gesagt. Wo mehrere Deutungen bestehen, werden sie nebeneinandergestellt.
Ein besonderer Schwerpunkt für den deutschsprachigen Raum
Ein eigener Teil widmet sich der deutschen Frage im Frühjahr neunzehnhundertdreiundfünfzig — den Zahlen zur Abwanderung, dem Neuen Kurs, den Ereignissen des sechzehnten und siebzehnten Juni und der Auseinandersetzung im Moskauer Führungskreis, in der über die Zukunft der Deutschen Demokratischen Republik gesprochen wurde. Diese Debatte gehört zu den bemerkenswertesten Episoden der frühen Nachkriegszeit und wird hier ausführlich und quellennah dargestellt.
Für wen diese Folge gedacht ist
Für alle, die Geschichte nicht als Ansammlung von Schlagworten begreifen, sondern als Frage nach Ursachen, Zusammenhängen und menschlichen Entscheidungen. Es handelt sich um eine ruhig erzählte, ausführliche Darstellung ohne Effekthascherei — geeignet zum konzentrierten Zuschauen ebenso wie zum Hören.
Diese Folge erscheint in der Reihe Geschichten großer Persönlichkeiten.
Autor, Recherche und Sprecher: Alexander Weiss
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