Wie fahrerlose Transportsysteme die Lager der Welt für immer verändern
Unsichtbare Logistik
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Wie fahrerlose Transportsysteme die Lager der Welt für immer verändern
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Shreveport im Norden von Louisiana, 2024. Amazon nimmt dort ein neues Fulfillment Center in Betrieb, in dem mehrere Robotiksysteme gleichzeitig arbeiten; allein das Lagersystem Sequoia hält Platz für mehr als 30 Millionen Artikel. In dieser Halle passiert etwas, das der üblichen Vorstellung von einem Lager widerspricht: Nicht der Mensch geht zum Regal, das Regal kommt zum Menschen.
Vom Kunden aus betrachtet besteht dieselbe Halle aus einem einzigen Satz auf einer Produktseite, nämlich der Zusage, dass die Ware morgen da ist. Hinter dieser Zusage steht kein schnellerer Lastwagen, sondern eine Verkehrsorganisation im Inneren eines Gebäudes, die von außen niemand sieht. Mehr als die Hälfte der laufenden Lagerkosten entsteht nicht auf der Autobahn und nicht an der Rampe, sondern beim Zusammensuchen der Artikel: Eine Literaturübersicht von 2024 beziffert den Anteil der Kommissionierung an den täglichen Betriebskosten mit etwa 55 Prozent. Genau diesen Teil übernehmen die Fahrzeuge, und zwar nicht das Heben, sondern das Gehen.
In diesem Video nehmen wir dieses System Schritt für Schritt auseinander. Warum ein fahrerloses Transportsystem nach der Definition des Vereins Deutscher Ingenieure kein Fahrzeug ist, sondern ein Organisationsmittel. Wie aus einer Bestellung ein Transportauftrag wird und wie die Leitsteuerung ihn verteilt. Was ein spurgebundenes Fahrzeug auf Magnetband, Codes und Induktionsleiter von einem autonomen mobilen Roboter unterscheidet, der seine Halle mit SLAM selbst kartiert. Warum Höchstgeschwindigkeit in diesem Geschäft fast bedeutungslos ist und das entscheidende Wort stattdessen Blockieren heißt.
Dazu kommt eine Geschichte, die älter ist als fast jede Halle, in der diese Technik heute steht. Deloitte führt die Idee automatisierter fahrerloser Materialflüsse bis 1954 in die USA zurück. Ab 1963 setzten deutsche Unternehmen solche Fahrzeuge ein, geführt von Farbmarkierungen auf dem Hallenboden. Indumat zeigte 1965 einen optisch geführten Palettenhubwagen und 1967 den ersten induktiv geführten automatischen Gabelstapler. 2012 übernahm Amazon Kiva Systems, 2022 waren mehr als 500.000 mobile Roboter im Netz, 2024 mehr als eine Million.
Und dann der Punkt, an dem sich die naheliegende Vorstellung umdreht: Der Engpass war nie der Antrieb. Joey Durham von Amazon Robotics hat beschrieben, dass man anfangs mit mehr als 8.000 Robotern pro Fulfillment Center rechnete und es für sie alle einfach nicht genug Platz gab. Deshalb geht das Geld heute in Verkehrsprognose statt in schnellere Räder. Gleichzeitig hatten in einer Deloitte-Befragung weniger als die Hälfte der Unternehmen solche Fahrzeuge integriert, vollständig nur etwa 7 Prozent, und die Amortisationszeit liegt bei 3 bis 7 Jahren, während die Zielgröße in der Automobilindustrie bei maximal 2 Jahren liegt.
Wer wissen will, warum ein Artikel als morgen lieferbar angezeigt wird und ein fast gleicher nicht, findet die Antwort in dieser Halle. Abonniert den Kanal, wenn euch solche unsichtbaren Systeme interessieren, und schreibt in die Kommentare, wo ihr die Automatisierung im Alltag schon bemerkt habt.