Benedict Jucker (1811 - 1876) - Fantasie und Fuge über das Thema BACH
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Benedict Jucker (1811 - 1876) - Fantasie und Fuge über das Thema BACH
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Die vorliegende Aufnahme entstand im Rahmen des Konzertes in Heringen bei der musikalischen Fahrradtour "Bach on Bikes" am 5. September 2026.
Anmerkung: Die nachfolgenden biografischen Daten stammen großteils aus der Feder des Komponisten und wurden anlässlich seines Todes gemeinsam mit seiner "Leichenrede" veröffentlicht.
Benedict Jucker wurde am 23. Oktober 1811 als ältester Sohn von Johann Ulrich Zucker und seiner Frau Friederike geboren. Als er ein halbes Jahr alt war, nahm ihn seine Mutter auf Anraten des Arztes von Basel mit in ihre Heimat Montbeliard. Im alter von sechs Jahren kehrte er nach Basel zurück und eignete sich autodidaktisch erste Fähigkeiten auf einem Klavier an, welches seine Eltern nach langem Bitten beschafften. Seine Schulbildung erhielt er in Elay (heute Seehof BE), wo er auch konfirmiert wurde. Nach dem Schulabschluss kehrte er nach Basel zurück und trat der Brüdersocietät, also der Herrnhuter Brüdergemeinde in der Schweiz, bei. In Basel erhielt er auch eine erste Ausbildung zum Orgel- und Klavierlehrer, gleichwohl der Unterricht nicht immer gut gewesen sein soll. 1832 ging er nach Darmstadt, um seine Fähigkeiten bei Christian Heinrich Rinck, der ihn väterlich aufgenommen haben soll, zu vervollkommnen. Im Mai 1833 kehrte er nach Basel zurück, verließ die Stadt aber 1834 wegen mangelnder Anmeldungen zu den Klavierstunden, die er gab. Er ging zunächst wieder nach Darmstadt und reiste weiter nach Weimar, wo er bei Johann Nepomuk Hummel im Klavierspiel ausgebildet wurde und auf den Orgelbautheoretiker Johann Gottlob Töpfer traf, den er sehr schätzte. Zwei Jahre verbrachte er dann mit Reisen nach Leipzig, Dresden, Herrnhut und Stuttgart, bevor er im Oktober 1836 wieder in Basel eintraf und endlich Erfolg hatte: Seine Klavierstunden wurden mehr als positiv angenommen und er trat in Abonnementskonzerten auf. 1838 wurde Jucker zum Organisten des Basler Münsters ernannt und heiratete 1839 die Tochter eines Freundes seines Vaters, mit der er drei Kinder hatte. Obwohl sich Jucker im Winter 1845 auf Glatteis die Hand brach, setzte er nach der Heilung seine Tätigkeit fort. Mit dem Orgelbauer Friedrich Haas stand er in regem Kontakt und konnte 1855 "seine" Orgel im Basler Münster einweihen, die 60 Register auf vier Manualen umfasste. Ferner verfasste er Sätze zu den 111 Liedern des damals neuen Gesangbuches und leitete den Chor der Brüdergemeinde in Basel. Auch dort betreute er den Bau einer neuen Orgel. Im Februar 1873 brach sich Jucker ein Bein, kehrte aber noch einmal kurz in seinen Beruf zurück. Bald darauf zeigte sich ein fortschreitendes Herzleiden, aufgrund dessen er seinen Dienst am Basler Münster einige Monate vor seinem Tod quittierte. Jucker starb am 21. Februar 1876 am Abend, vermutlich an einem Herzinfarkt.
Er machte sich vorrangig um die Bach-Pflege in der Schweiz verdient, hinterließ aber auch Orgelwerke, die stark an den Stil Rincks erinnern, sich aber auch auf innovative Weise davon lösen.
Die vorliegende Fantasie nebst Fuge macht dies deutlich: Sie geht harmonisch deutlich über die Orgelwerke eines Christian Heinrich Rinck hinaus, weist als Kulminationspunkt gar einen vierstimmigen Akkord im Pedal auf. Eine Opuszahl trägt das in b-Moll beginnende Werk nicht.
Gespielt von Johannes Richter auf der Schulze-Orgel (1843) in der Stadtkirche St. Michaelis, Heringen (Helme).
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