Die ganze Geschichte Frankfurts in 26 Minuten — die Kaiser krönte, doch selbst keine trug
Lebendige Ruinen
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Frankfurt Geschichte: die Stadt, die dreihundert Jahre lang fremde Könige krönte und sich selbst nie eine Krone aufsetzte.
Die Geschichte Frankfurt am Main beginnt an einer Untiefe im Fluss – einer Furt der Franken, aus der Franconofurd wurde, ein Ort zum Hindurchziehen, nicht zum Herrschen. Doch schon Karl der Große kehrte hier ein, und aus dem hölzernen Königshof über dem Main wuchs eine Stadt, die zum Krönungsort der römisch-deutschen Könige und Kaiser wurde: Auf ihrem Marktplatz floss Wein aus dem Brunnen, briet ein ganzer Ochse am Spieß, und seit der Goldenen Bulle von 1356 fand hier die Kaiserwahl statt – Frankfurt machte Kaiser und blieb doch eine Freie Reichsstadt ohne eigene Krone. Wer die ganze Geschichte Frankfurts verstehen will, muss dem Handel folgen: Der kaiserliche Schutzbrief von 1240 machte aus dem Flussübergang die Frankfurter Messe, aus der Messestadt einen Umschlagplatz für Kapital, aus den Kaufleuten die spätere Bankenstadt, in der ein Rothschild in der engen Judengasse seinen Aufstieg begann. In dieser deutschen Geschichte kreuzen sich die Paulskirche von 1848 und der junge Goethe, das Ende des Heiligen Römischen Reiches 1806 und die Zerstörung von 1944/45, die die alte Frankfurt Altstadt aus dem Mittelalter in zwei Nächten in Schutt legte. Was danach kam, erzählt die Stadtgeschichte weiter: der Wiederaufbau nach 1945, die liebevolle Rekonstruktion der Altstadt rund um den Römer und den Römerberg – und darüber die Bankentürme aus Glas, die einzige deutsche Skyline, die man Mainhattan nennt.