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Neumünster - D - SH - NMS - luth. Anscharkirche: Kirche, Orgel & Glocken

Prianteltix

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Neumünster - D - SH - NMS - luth. Anscharkirche: Kirche, Orgel & Glocken

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Dieses Video beinhaltet eine virtuelle Führung mitsamt akustischer Präsentation der Orgel von der luth. Anscharkirche in der kreisfreien Mittelstadt Neumünster im norddeutschen Bundesland Schleswig-Holstein sowie eine Präsentation von deren Geläut. Technische Daten des Geläuts: https://online.fliphtml5.com/knoyg/pxfy/ Ablauf: 0:00 Impressionen der Kirche & akustische Orgelpräsentation 9:51 Audio des Uhrschlags 10:31 Einzelläuten der Liebesglocke 13:02 Einzelläuten der Sine nomine 15:48 Einzelläuten der Friedensglocke 19:20 Vollgeläute Ein herzliches Dankeschön geht an Pastorin Kerstin Otterstein für die Genehmigung und an Küster Torben Simson für die Begleitung und die Unterstützung vor Ort! Hiermit wünsche ich allen gesegneten Reformationstag 2026! Da sich Neumünster im Zuge der Industrialisierung zu einem bedeutenden Industriestandort etwickelte und infolgedessen einen großen Einwohnerzuwachs erfuhr, wurde die bestehende Vicelinkirche allmählich für die wachsende Stadt zu klein und eine zweite evangelische Kirche notwendig. Dafür wurden bereits 1895 Fonds zur Finanzierung des Baus und 1909 ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben, wofür rund 126 Entwürfe verschiedener Architekten eingereicht wurden. Man entschloss sich für den Plan des Neumünsteraner Architekten Hans Roß, der zwar teilnahm, aber eigentlich keinen Preis für den Wettbewerb gewann. Die Sieger des Wettbewerbs waren das Berliner Architektenbüro Jürgensen und Bachmann (1. Preis), Magnus Schlichting (2. Preis) und Heinrich Bomhoff (3. Preis). Anfangs entwickelte Roß zusammen mit Schlichting den Entwurf, der sich jedoch im Laufe der Zeit von dem Projekt distanzierte und somit Roß alleine am Ende die Planung übernahm. Unter seiner Leitung errichtete man 1911/13 schließlich die Anscharkirche, eine imposante Saalkirche mit ursprünglich spitzer Turmhaube, die Elemente des Jugendstils und der Reformarchitektur vereint. Gleichzeitig soll die Anscharkirche im Gegensatz zur klassizistischen und eher schlichten Vicelinkirche Wärme ausstrahlen und wurde deshalb üppig ausgestattet. Durch die Lage ist die Kirche nach mehrheitlich Süden ausgerichtet und besitzt an der Ostwand eine lange Vorhalle, die den Haupteingangsbereich bildet. Im 2. Wk. wurde die Kirche schwer beschädigt und anschließend unter der Leitung von Fritz Hain sen. vereinfacht wiederaufgebaut, wobei das ursprünglich elliptische Tonnengewölbe aus statischen Gründen parabolisch erhöht wurde. Der Turm erhielt im Zuge dessen statt des ursprünglichen Helms sein heutiges Walmdach und die Vorhalle ein einfaches Dach statt des ursprünglichen Bogendachs. 1994 gestaltete man unter Leitung von Fritz Hain jun. den Altarraum um. 2025 wurde die Kirche saniert und dabei auch die heutige Vorhalle durch den Einbezug der Glaswände zur Abtrennung geschaffen. Der Offenbarungsaltar wurde 1950 von Otto Flath ohne Auftrag geschaffen. Der Lindenbaumstämmen bestehende Altar, zeigt 250 Gestalten und Symbole aus der Offenbarung des Johannes. Darunter befinden sich die 1994 von Illo von Rauch-Wittlich geschaffenen Betonglasfenster, die den Lebensweg Jesu verbildlichen. Von Flath stammt auch das aus dem gleichem Jahr wie der Offenbarungsaltar geschaffene hölzerne Taufbecken, das mit vier figürlichen Reliefs von Engeln geziert ist. Die Plastik im Chor stellt den Hl. Ansgar dar und wurde 1997 von Manfred Sihle-Wissel geschaffen. Die Hauptorgel wurde 1951 von E. F. Walcker & Cie geschaffen. Das Instrument verfügt heute über 39 klingende Register, verteilt auf drei Manuale und das Pedal. Über die Glockenbestände aus der Zeit vor dem 2. Wk. ist nichts überliefert, da die Chroniken der Feuerbrunst im Krieg ebenfalls zu Opfer fielen, so auch die damaligen Glocken selber. Das heutige Geläut wurde 1950/51 angeschafft und stammt ursprünglich aus der Kirche Mariä Geburt (damals noch St. Marien) in der ehemals deutschen und heute polnischen Kleinstadt Choszczno (ehemals Arnswalde), sodass sich das gesamte Ensemble aus sogenannten Leih- oder Patenglocken zusammensetzt. Besonders ist, dass in diesem Fall ein gesamtes erhaltenes Ensemble und nicht bloß eine einzelne Glocke, wie es bei Leihglocken oft der Fall war, in eine andere Kirche übernommen wurde. Insbesondere die Inschriften der Glocken verraten viel über die Geschichte des Geläuts ihres Ursprungsortes. Die Friedensglocke ist heute gleichzeitig die größte und tontiefste Glocke der Stadt Neumünster. 2025 erhielten die Glocken im Zuge der Sanierung der Kirche neue Holzjoche. Quellen: Website der KG Kunst SH Website der Stadt Neumünster Vicelinweg Volker Scheibe & Norbert Drechsler "75 Jahre Anscharkirche Neumünster 1913–1988" von der KG Eigene Analysen Bild: Ton & Video: Prianteltix Wikimedia Commons (Entwurfsbild) Veikkos-Archiv (Alte Ansichtskarte) shz (Wiederaufbau) Musik, gespielt von Jörn Kuschnereit an der Hauptorgel der Kirche: Verschiedene Improvisationen und Psalmen