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Warum sah die Heizung bei Oma so aus?

Jonas weiß wie - oder?

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Warum sah die Heizung bei Oma so aus?

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Jonas weiß wie - oder?
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Ein Kasten mit Wasser unterm Dach, auffällig dicke Rohre und der Heizkörper ausgerechnet unter dem kalten Fenster. So sah die Heizung bei Oma aus. Altmodisch, ja. Zufällig, nein: Jedes dieser drei Teile hat einen Grund, und hinter allen dreien steckt am Ende dieselbe Eigenschaft von Wasser und Luft. Kapitel 0:00 Drei Teile, ein Grund 0:31 Der Motor ohne Motor 3:11 Der Kasten unterm Dach 5:37 Der Platz unterm Fenster 7:58 Das Haus war die Maschine Im Keller steht der Kessel, beheizt mit Koks oder Kohle. Eine Pumpe gibt es nicht. Liter für Liter ist warmes Wasser leichter als kaltes, bei 90 Grad Vorlauf und 70 Grad Rücklauf nur um rund 13 Gramm. Die abgekühlte, schwerere Seite drückt die leichtere nach oben. Weil dieser Antrieb so schwach ist, steht der Kessel am tiefsten Punkt, und die Rohre sind weit, denn ein weites Rohr bremst das Wasser viel weniger. In diesem Haus steigt das heiße Wasser sogar erst bis unters Dach und fließt dann abwärts in die Heizkörper. Mit dem Umlaufbeschleuniger, entwickelt 1928, reichten später viel dünnere Rohre. Unterm Dach geht es um Platz: 100 Liter Wasser, von 10 auf 90 Grad erwärmt, brauchen gut dreieinhalb Liter mehr. Weil sich Wasser kaum zusammendrücken lässt, bekommt es ganz oben am Steigrohr einen offenen Kasten. Beim Heizen steigt dort der Wasserspiegel, beim Abkühlen fließt das Wasser zurück. Dazu gehören die Leitung ohne Hahn, das Signalrohr hinunter zum Heizer, das Überlaufrohr und in einem Berliner Wohnhaus von 1903 eine Holzkiste voller Dämmstoff gegen den Frost. Und am Fenster: Öfen standen noch in den Zwanzigerjahren fast immer an der Rückwand des Zimmers, und 1965 hatte in der Bundesrepublik nur knapp jede vierte bewohnte Wohnung eine Zentral-, Etagen- oder Fernheizung. Beim Ofen fällt die Luft an der kalten Scheibe herab und zieht über den Boden zurück. Der Heizkörper unterm Fenster erwärmt sie sofort, statt eines großen Kreises durchs Zimmer bleibt ein kleiner am Fenster. Dazu der Gussheizkörper aus einzelnen Gliedern, der Name Radiator, der täuscht, der Silberanstrich und die oft dünnere Wand hinter der Nische. Die dicken Rohre waren nicht überdimensioniert, sie waren für einen schwachen Antrieb gebaut. „Offen“ heißt beim Kasten: Die Wasserfläche hat Kontakt zur Luft, einen Deckel konnte er trotzdem haben. Nicht jede Schwerkraftheizung verteilte das Wasser unterm Dach. Das Video erklärt, warum die alte Technik so gebaut war, und ist keine Anleitung zum Nachfüllen, Entlüften oder Umbauen alter Anlagen. Quellen (im Video als [Q1] … eingeblendet) Q1 Wikipedia (de): Schwerkraftheizung – Prinzip, Rohrquerschnitte Q5 DBU-Abschlussbericht AZ 29965-01 – Anhang 2.7 Q6 EDER: Technisches Handbuch Vordruckgefäße – Dichtetabelle S. 25 Q7 Dan Holohan (HeatingHelp): How Gravity Hot Water Heating Systems Work – entgratete Rohre Q9 Adolf Martens: Das Königliche Materialprüfungsamt der TH Berlin (1904) – S. 243 Q10 Wikipedia (de): Ausdehnungsgefäß – Zweck, offenes Gefäß, Membrangefäß Q11 BauNetz Wissen: Glossar Ausdehnungsgefäß – Füllstand kalt/warm Q13 Johannes Körting: Heizung und Lüftung II (1923) – S. 61–62 Q16 Baunetz Wissen Heizung: Anordnung von Raumheizkörpern – Heizkörper unter dem Fenster Q17 H. F. O. Müller: Behaglichkeit in Fensternähe, HLH 38 (1987) Nr. 11 – Kaltluftabfall, gut dämmende Fenster Q20 dena: Leitfaden Energieausweis Teil 2 – Heizkörpernischen, Einfachverglasung Q21 H. Rietschel / K. Brabbée: Leitfaden der Heiz- und Lüftungstechnik, Bd. I, 6. Aufl. (1922) – S. 6–7, 28–31 Q24 Wolff/Jagnow: Überarbeitung Recknagel/Sprenger/Schramek (2005), Heizflächen – S. 4–5 Q25 National Bureau of Standards: Letter Circular 445, Painting of Steam and Hot Water Radiators (1935) – Strahlung, Metallanstrich Q29 Wilo: Der Umlaufbeschleuniger – Firmengeschichte, Innovationen Q30 Statistisches Bundesamt: 1%-Wohnungsstichprobe 1965, Heft 1 (1968) – Tab. 11 S. 38 Q38 Deutsche Post: Brief und Postkarte – Gewichtsstufen Q39 Wikipedia (de): Silberbronze (Lack) – Einleitung Historische Abbildungen (gemeinfrei): H. Rietschel und K. Brabbée, Leitfaden der Heiz- und Lüftungstechnik, 1922, Abb. 4 und 30. Alle Quellen und Bildnachweise mit Links: https://jonasweisswie.de/themen/heizu... #heizung #altbau #haustechnik