Berliner Städtebaugespräche - Fritz Neumeyer
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Der 1946 geborene Dr. Fritz Neumeyer war von 1992 bis 2012 Lehrstuhlinhaber für Architekturtheorie an der TU Berlin und lehrte zuvor als Professor u. a. in Harvard, Princeton und Dortmund. Im „Berliner Städtebaugespräch“ erzählt Neumeyer von seinen ersten Architekturerlebnissen als Gymnasiast – dem romanischen Kaiserdom in Königslutter sowie dem Kulturhaus des finnischen Architekten Alvar Aalto in Wolfsburg – und berichtet von seinem Architekturstudium ab 1967 in Berlin, das für ihn „eine einzige Enttäuschung“ gewesen sei. Sein beruflicher Zugang zur Architektur erfolgte dann über seinen akademischen Lehrer Julius Posener und seine Auseinandersetzung mit dem Architekten Peter Behrens. Sein 1986 erschienenes Werk „Das kunstlose Wort: Gedanken zur Baukunst“ – eine bis heute unübertroffene Analyse der Ideenwelt von Mies van der Rohe – verschaffte ihm später den Zugang zur internationalen akademischen Welt.
Neumeyer erinnert sich an Berlin Ende der 1960er Jahre als „Insel und eingemauerte Stadt“ sowie als das „moderne Pompeji“, das noch immer von den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs geprägt war. Außerdem spricht er von der Entdeckung der „Abwesenheit der Stadttextur“ in der Mitte Berlins nach dem Fall der Mauer 1989. „In Ost-Berlin war die Peripherie in der Mitte“, und in den Jahren danach galt es, eine „Stadt in der Stadt zu bauen“ – eine Aufgabe, die, so Neumeyer, die Architekten der Moderne, die „Städte auf der grünen Wiese bauten“, verlernt hätten. In dem späteren Diskurs um das „Neue Berlin“ und dem sogenannten Berliner Architekturstreit habe er seinen „Kopf aus dem Fenster gesteckt“ und „entsprechend auch was um die Ohren bekommen“. Im „Berliner Städtebaugespräch” mit Rudolf Spindler spricht Neumeyer zudem über die Dialektik von Haus und Stadt, über Häuser, die „singen können“, und er erinnert an die „erotische Macht der Architektur“ und den Zusammenhang von Musik und Architektur.