„Onkel Werner hat mir meinen Teil versprochen" — der Cousin, den es gar nicht gab …
Mamas Ruhiges Tagebuch и ещё 3
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„Onkel Werner hat mir meinen Teil versprochen, Frau Weiss." Der Mann, der das an einem Dienstagvormittag an meiner Haustür sagte, hielt eine Ledermappe unter dem Arm, trug einen ordentlichen Anzug und lächelte wie jemand, der eine gute Nachricht bringt. Ich bin Hannelore Weiss, zweiundsiebzig Jahre alt, verwitwet seit fünf Jahren, und ich habe fünfunddreißig Jahre bei der Post am Schalter gearbeitet — ich habe in meinem Leben so viele fremde Namen, Adressen und Unterschriften gesehen, dass man mir so schnell keinen Namen vormacht. Aber dieser Mann kannte Namen. Er kannte zu viele Namen. „Ich bin Markus Reuter", sagte er. „Der Sohn von Horst, dem älteren Bruder Ihres Mannes. Mein Vater ist in Kanada gestorben, vor zwei Jahren. Und bevor er starb, hat er mir erzählt, was Onkel Werner ihm versprochen hat: Wenn einmal etwas ist, bekommt Horsts Junge seinen Teil. Ein Viertel von allem." Mein Mann Werner ist seit fünf Jahren tot. Sein Erbe — Lebensversicherung, Erspartes, der Verkauf seiner Werkstattmaschinen — waren einhundertzwanzigtausend Euro. Ein Viertel davon sind dreißigtausend. Der Fremde an meiner Tür lächelte immer noch. „Dreißigtausend, Frau Weiss.