Nord-Ostsee-Kanal und die unsichtbaren Folgen im Wasser
Verborgenes Deutschland
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Nord-Ostsee-Kanal und die unsichtbaren Folgen im Wasser
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Der Nord-Ostsee-Kanal durchquert seit mehr als einem Jahrhundert schleswig-holsteinisches Ackerland, ohne dass die meisten Menschen am Ufer ahnen, welche tiefgreifenden ökologischen Veränderungen dieser künstliche Durchstich auslöste. Erfahren Sie, wie ein gigantisches Schifffahrtsbauwerk die Naturlandschaft zwischen Nordsee und Ostsee dauerhaft umformte und welche unsichtbaren Spuren im Wasser zurückblieben.
Die rund neunzig Kilometer lange Wasserstraße verbindet die Elbmündung bei Brunsbüttel direkt mit Kiel-Holtenau und bewältigt dabei eine komplett künstlich geformte Verbindung ohne nennenswerte Schleusenstufen im Hauptlauf. Während der Bauzeit im neunzehnten Jahrhundert bewegten Tausende Arbeiter Millionen Kubikmeter Erdreich, wobei instabile Böschungen und schwierige Bodenverhältnisse immer wieder zu massiven Erdrutschen führten. Neben den großen Frachtschiffen überquerten im Laufe der Jahrzehnte auch unzählige kleinere Schiffe und Fähren den Kanal, während technische Anpassungen wie neue Schleusenkammern den steigenden Anforderungen der internationalen Schifffahrt angepasst wurden.
Kaiserliche Kanal-Kommission, Wasser- und Schiffahrtsamt, Technische Hochschule Hannover
Kennen Sie in Ihrer eigenen Region einen künstlichen Flusslauf oder Damm, der das Gesicht der umgrabenen Landschaft völlig verändert hat, ohne dass heute noch jemand darüber spricht? Achten Sie bei Ihrem nächsten Spaziergang an solchen Wasserwegen auf die unsichtbaren Seiten vertrauter Orte, denn das wirklich Bedeutende liegt fast immer dort, wo niemand mehr genau hinschaut.