Delikat & Exquisit in der DDR: Warum der Preis alles entschied
ALS DIE WELT STILLSTAND
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Delikat & Exquisit in der DDR: Warum der Preis alles entschied
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ALS DIE WELT STILLSTAND
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Delikat & Exquisit in der DDR: Im Dezember 1978 leuchtete das Schaufenster in die kalte Straße – die Tür stand jedem offen, bezahlt wurde mit ganz normaler Ostmark.
Trotzdem blieben die meisten draußen stehen. Denn drinnen entschied kein Türsteher und kein Verbot, wer kaufen durfte – es entschied ein kleines weißes Schild. Neunzehnhundertzweiundsechzig hatte der Ministerrat die Exquisit-Läden beschlossen, neunzehnhundertsechsundsechzig kamen die Delikat-Läden dazu: Ware für den „gehobenen Bedarf", zu kaufen ohne Westgeld. Der MDR nannte Exquisit später eine „Geldabschöpfungsmaschine" – die Läden sollten die wachsenden Ersparnisse der Bürger aufnehmen. Und sie lieferten echte Qualität: Der volkseigene Handelsbetrieb Exquisit beschäftigte rund dreißig Designer, jedes Modell wurde nur etwa dreihundertmal genäht.
Doch wer genau hinsah, entdeckte die leiseste Wendung dieser Geschichte: Waren, die jeder kannte, verschwanden aus den normalen Läden – und tauchten im Delikat wieder auf, in neuer Hülle und zum neuen Preis. Volkstümlich hieß das Delikat nur „Fress-Ex".
Eine Familie in diesem Film spart ein ganzes Jahr. In einer Blechdose wandert Münze um Münze zusammen, denn im Frühjahr neunzehnhundertneunundsiebzig steht die Jugendweihe der einzigen Tochter an – und das Kleid dafür soll aus dem Exquisit kommen. Am Tag der Anprobe sieht der Vater zuerst auf das kleine Schild, dann auf seine Tochter. Und er nickt.
Nach neunzehnhundertneunzig wechselten die Schaufenster die Namen, westliche Ketten wie Breuninger übernahmen die besten Lagen, neunzehnhundertzweiundneunzig war alles vorbei. Das Kleid aber hängt noch heute in einem Schrank. Es war nie nur ein Geschäft.
Teil der Reihe „Geteilte Leben" auf „Als die Welt stillstand" – deutsche Alltagsgeschichte, erzählt aus der Sicht ganz normaler Menschen. Mit dieser Folge endet die erste Staffel der Reihe; in der vorigen Folge ging es um die blaue Jeans, die der Staat zunächst fürchtete und dann selbst nähte.
Kapitel:
00:00 Das Fenster im Dezember
01:19 Zwei Läden, eine Straße
02:42 Warum es diese Läden gab
04:08 Ware, die wirklich gut war
05:31 Ein Jahr in der Blechdose
07:05 Die Anprobe
08:18 Großmutter im Delikat
09:41 Die Ware, die verschwand
11:18 Die Tasche auf der Treppe
12:27 Als die Namen wechselten
13:55 Das Kleid im Schrank
Ihre Erinnerung zählt: Wofür haben Sie damals im Exquisit oder im Delikat gespart – für die Jugendweihe, für eine Hochzeit oder für Weihnachten? Erzählen Sie es in den Kommentaren – Ihre Geschichten halten diese Zeit lebendig.
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Hinweis: Dieser Film verwendet Archivfotos sowie mit KI erstellte, illustrative Szenenbilder zur Veranschaulichung der erzählten Erinnerungen.
#DDR #Exquisit #Alltagsgeschichte