Bei Reizüberflutung: Bring dein Nervensystem wieder zur Ruhe | Tag 10
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Bei Reizüberflutung: Bring dein Nervensystem wieder zur Ruhe | Tag 10
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ÜBERFORDERUNG UND DAS NERVENSYSTEM – WARUM SICH PLÖTZLICH ALLES ZU VIEL ANFÜHLT
Überforderung ist keine mentale Schwäche. Sie entsteht, wenn dein Nervensystem mehr sensorische, emotionale und kognitive Informationen gleichzeitig verarbeiten muss, als es im Moment gut einordnen kann.
Dann können Geräusche intensiver wirken, Gedanken sich stapeln, Emotionen verschwimmen und selbst einfache Entscheidungen anstrengend werden. Das Nervensystem filtert Informationen weniger effizient und vieles fühlt sich gleichzeitig wichtig oder dringend an.
Häufig entsteht Überforderung nicht durch einen einzelnen Auslöser, sondern durch eine Kombination aus zu vielen Anforderungen, zu wenig Erholung und anhaltender Belastung.
WAS BEI ÜBERFORDERUNG IM NERVENSYSTEM PASSIERT
Unter regulierten Bedingungen filtert dein Nervensystem ständig, welche Informationen relevant sind und welche in den Hintergrund treten dürfen. Daran beteiligt sind unter anderem der Hirnstamm, das autonome Nervensystem, limbische Strukturen und der präfrontale Kortex.
Bei Überforderung bleibt die sympathische Aktivierung häufig erhöht. Gleichzeitig kann der präfrontale Kortex weniger Einfluss auf Priorisierung, Planung und Impulskontrolle nehmen.
Deshalb kann es sich anfühlen, als würdest du den Überblick verlieren oder keinen klaren Gedanken mehr fassen können.
Auch Körpersignale können schwerer einzuordnen sein. Die Atmung wird möglicherweise flacher oder unregelmäßiger, die Herzratenvariabilität kann sinken und sensorische Filtermechanismen arbeiten weniger effizient.
Überforderung bedeutet also nicht einfach, „zu emotional“ zu sein. Es treffen zu viele Informationen auf ein Nervensystem, das gerade nicht ausreichend regulieren kann.
WIE SOMATISCHE REGULATION BEI ÜBERFORDERUNG HELFEN KANN
Somatische Regulation arbeitet mit einfachen, vorhersehbaren körperlichen Reizen.
Rhythmus, Druck, Atmung und sanfte Bewegung können dabei helfen, autonome Regulationsprozesse zu unterstützen, sympathische Aktivierung zu reduzieren und die Wahrnehmung innerer Körpersignale klarer werden zu lassen.
Dadurch muss das Nervensystem weniger gleichzeitig verarbeiten und kann Informationen wieder besser priorisieren.
Regulation bedeutet dabei nicht, jede Aktivierung vollständig zu beseitigen. Es geht darum, Belastung wieder in einem Tempo zu verarbeiten, das bewältigbar bleibt.
ÜBERFORDERUNG, CHRONISCHER STRESS UND TRAUMA
Bei chronischem Stress oder Trauma arbeitet das Nervensystem häufig näher an seiner Belastungsgrenze. Dadurch kann Überforderung schneller auftreten und manchmal auch ohne klaren Auslöser entstehen.
Traumatische Erfahrungen können außerdem beeinflussen, wie Sicherheit und Bedrohung verarbeitet werden. Neutrale Reize können schneller als belastend wahrgenommen werden und zusätzliche Aktivierung auslösen.
Somatische Regulation kann hier hilfreich sein, weil sie nicht ausschließlich auf kognitives Verstehen angewiesen ist, sondern mit den körperlichen Informationen arbeitet, die im gegenwärtigen Moment verfügbar sind.
WIE REGULATION NACH ÜBERFORDERUNG AUSSEHEN KANN
Regulation ist nach Überforderung häufig subtil.
Vielleicht werden deine Gedanken etwas langsamer, deine Atmung ruhiger oder das Gefühl von Dringlichkeit nimmt ab. Vielleicht kannst du dich wieder auf eine Sache konzentrieren, anstatt alles gleichzeitig im Kopf zu haben.
Genau diese kleinen Veränderungen sind wichtig. Sie geben deinem Nervensystem die Erfahrung, dass es nicht dauerhaft im Überforderungsmodus bleiben muss.
Überforderung löst sich nicht durch Druck oder positives Denken. Das Nervensystem braucht weniger Reize, klarere Signale und ausreichend Zeit, um sich wieder zu organisieren.
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Disclaimer: Die Inhalte auf diesem Kanal dienen ausschließlich Bildungs- und Unterhaltungszwecken. Teresa Trieb übernimmt keine Haftung für Verletzungen, Schäden oder sonstige Folgen, die aus der Anwendung der Informationen oder Ratschläge in diesen Videos entstehen können. Mit deiner freiwilligen Teilnahme an den somatischen Übungen erklärst du dich einverstanden, dies auf eigenes Risiko zu tun und die volle Verantwortung für mögliche Folgen zu übernehmen.
Es wird empfohlen, vor Beginn der Übungen ggf. eine medizinische Fachperson zu konsultieren. Die gezeigten Praktiken sind als allgemeine Orientierung gedacht: achte stets auf die Signale deines Körpers und brich ab, wenn du dich unwohl fühlst. Solltest du Empfindungen wie Kribbeln, Gähnen, Zittern, Schwindel oder Benommenheit wahrnehmen, bleib ruhig – das sind normale Reaktionen des Nervensystems.