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Die Ruhr - Der Fluss, Der Reich Machte, Weil Man Ihn Versperrte * 12 Geheimnisse

Am Rande der Karte

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Die Ruhr - Der Fluss, Der Reich Machte, Weil Man Ihn Versperrte * 12 Geheimnisse

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Am Rande der Karte
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Unter dem Ruhrgebiet laufen Pumpen, und sie werden niemals abgeschaltet — nicht in zehn Jahren, nicht in hundert, nicht in tausend. Im Jahr 2023 kostete das zweihundertsechsundsechzig Millionen Euro, neunzehn Millionen mehr als im Jahr davor. Allein in Duisburg-Walsum werden jährlich zwanzig Millionen Kubikmeter Wasser nach oben befördert. Würde man damit aufhören, stünden große Teile des Ruhrgebiets unter Wasser und würden zu einer Seenlandschaft. Der Fachbegriff dafür lautet Ewigkeitsaufgabe, und er ist wörtlich gemeint. Die Ruhr ist rund zweihundertneunzehn Kilometer lang, entspringt bei Winterberg im Sauerland und mündet in Duisburg in den Rhein — und der entscheidende geologische Punkt liegt nicht im Fluss, sondern darunter: Die Steinkohlenflöze aus dem Karbon stehen schräg, treten im Süden am Fluss zutage und tauchen nach Norden immer tiefer ab. In diesem Film holen wir zwölf Dinge aus diesem Tal: den Kaufvertrag von 1302 und die fünfhundert Jahre, in denen niemand diese Kohle wollte, weil sie in gewöhnlichen Kaminen nicht brannte; die Zeche Zollverein, deren Schacht zwölf 1932 in Betrieb ging und die 2001 Welterbe wurde; die Villa Hügel, deren Zimmer man je nach Zählweise mit dreihundertneunundneunzig oder zweihundertneunundsechzig angibt; die Möhnetalsperre von 1913, damals die größte Talsperre Europas; die Nacht auf den 17. Mai 1943 und das Lager auf den Möhnewiesen, in dem mindestens fünfhundertsechsundzwanzig Zwangsarbeiterinnen starben; die dreihundertfünfzigtausend Ruhrpolen, deren Namen heute niemand mehr für Zuwanderung hält; den 21. Dezember 2018, an dem sieben Bergleute sieben Kilogramm Kohle nach oben brachten; die drei Ewigkeitsaufgaben und ihre Rechnung, die nie endet; die sechsundvierzig Jahre Badeverbot am Baldeneysee und den Badestrand, der bei Regen zumacht; die Kluterthöhle mit dreihundertachtzig Gängen in einem fossilen Riff, die seit 1954 als Klimahöhle genutzt wird; die fünf Millionen Menschen in einer Region, die es ohne einen Rohstoff nie gegeben hätte; und den Fluss selbst, der eine Aufgabe behalten hat, die wichtiger geworden ist als alles andere. KAPITEL: 00:00 — Pumpen, die niemals abgeschaltet werden 03:05 — Fünfhundert Jahre lang wollte diese Kohle niemand 06:55 — Die schönste Zeche der Welt 09:43 — Ein Haus mit dreihundert Zimmern über dem Fluss 13:28 — 1913: Europas größte Talsperre 16:14 — Die Nacht auf den 17. Mai 1943 und ein Lager auf den Möhnewiesen 19:26 — Dreihundertfünfzigtausend, und warum so viele Namen auf -ski enden 22:22 — Der 21. Dezember 2018: sieben Kilogramm 25:52 — Ewigkeitsaufgaben, und das Wort ist wörtlich gemeint 28:49 — Sechsundvierzig Jahre Badeverbot 32:18 — Dreihundertachtzig Gänge unter einer Kleinstadt 35:09 — Was passiert, wenn eine Region ihren Zweck verliert 39:03 — Ein Fluss, der eine Region trinkbar hält Alle Geschichten in diesem Film sind real und in Quellen belegt: berg- und stadtgeschichtliche Darstellungen zu den ersten urkundlichen Erwähnungen des Kohlenbergbaus 1296 und 1302, zu den Stollenbetrieben im Muttental und zum Ausbau der Ruhrschifffahrt im achtzehnten Jahrhundert; Publikationen der Stiftung Zollverein und architekturgeschichtliche Arbeiten zu Fritz Schupp und Martin Kremmer, zum Schacht zwölf von 1932 und zur Aufnahme in die Welterbeliste 2001; Materialien der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung zur Villa Hügel, zu ihrer Errichtung zwischen 1870 und 1873 und zum Kruppschen Werkswohnungsbau; technische Beschreibungen der Möhnetalsperre und Unterlagen des Ruhrverbands zu Niedrigwasseraufhöhung, Trinkwasserversorgung und Abwasserreinigung; historische Darstellungen und Gedenkstättenmaterialien zum Angriff in der Nacht vom 16. auf den 17. Mai 1943, zur Bresche in der Sperrmauer, zum Lager auf den Möhnewiesen, zum Kloster Himmelpforten und zu den Opferzahlen; migrationsgeschichtliche Forschung zu den Ruhrpolen, zur Anwerbung aus den preußischen Ostprovinzen und zum Vereinsleben im Revier; Berichte zum Ende des deutschen Steinkohlenbergbaus am 21. Dezember 2018 im Bergwerk Prosper-Haniel und zum Ausstiegsbeschluss von 2007; Geschäftsberichte der RAG-Stiftung zu den Ewigkeitsaufgaben, zum Stiftungsvermögen und zu den Aufwendungen des Jahres 2023; Unterlagen der Stadt Essen und der beteiligten Forschungseinrichtungen zum Badeverbot ab 1971, zur Wiedereröffnung am 23. Mai 2017 und zur tagesaktuellen Freigabe; Publikationen zur Kluterthöhle in Ennepetal, zum fossilen Riff, zur Verbindung mit der Bismarckhöhle 2025 und zur Nutzung als Heilstollen seit 1954; wirtschafts- und regionalgeschichtliche Arbeiten zum Strukturwandel im Ruhrgebiet und zur Kulturhauptstadt 2010. Wo die Quellen auseinandergehen, sagt der Film es ausdrücklich: die Zahl der Toten im Lager auf den Möhnewiesen, für die mindestens fünfhundertsechsundzwanzig belegt sind, während andere Darstellungen für Neheim mehr als achthundertfünfzig nennen, und die Zimmerzahl der Villa Hügel, die je nach Zählweise um hundertdreißig schwankt.