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Hollern (D), evang. Kirche St.Mauritius - Vollgeläute

Engerlingraucher

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Hollern (D), evang. Kirche St.Mauritius - Vollgeläute

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Das einzige erhaltene mehrstimmige Geläut des Stader Glockengießers Christoph Haupner hängt im Turm von St.Mauritius zu Hollern. Der älteste Bauteil der Hollerner Kirche ist der im 12. Jahrhundert errichtete Rundturm. Er ist zeitgleich auch das älteste Bauwerk des Alten Landes. Die beiden oberen Geschosse sind im 13. Jahrhundert aus Backstein hinzugefügt worden. Das Kirchenschiff ist wohl in der Zeit um 1300 entstanden. Jedoch sind die Nord- und Südseite im Jahr 1901 auf den alten Mauern neu errichtet worden. Aus dieser Zeit stammt auch die Sakristei. Der Chorraum stammt von 1778. In dieser Zeit erhielt der Turm auch mächtige Strebepfeiler aus Backstein, die jedoch bei einer umfassenden Kirchenrenovierung zwischen 1959 und 1962 entfernt wurden. Leider wurde diese Renovierung nicht im historisch korrekten Sinne ausgeführt. Die Strebepfeiler am Turm wurden entfernt und der Turm neu verkleidet. Im Kircheninneren gingen wertvolle barocke Malereien an der alten Orgelempore verloren. Dennoch ist noch ein beträchtlicher Teil der historischen Ausstattung vorhanden. Der Altar stammt aus der Zeit um 1570. Das Altarbild ist erst 1933 wieder eingesetzt worden. Im Jahr 1671 entstand der Schalldeckel für die Kanzel. Die Kanzel selber wird auch in diesem Zeitraum entstanden sein. Besonders wertvoll ist das im 14. Jahrhundert gegossene bronzene Taufbecken. Der Taufdeckel aus Holz ist wohl in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts angefertigt worden. Um das Taufbecken herum befinden sich achteckig angeordnete Taufschranken aus dem Jahr 1572. Des Weiteren sind noch ein Taufengel aus dem 17. Jahrhundert sowie Bänke aus dem 18. Jahrhundert vorhanden. Das wohl bedeutendste und bekannteste Ausstattungsstück ist die zwischen 1688 und 1690 erbaute Orgel von Arp Schnitger. Das zweimanualige Instrument mit 24 Registern ist 1858 von Philipp Furtwängler aus Elze und 1965 bis 1966 von der Orgelbauwerkstatt Kemper aus Lübeck in entstellendster Art und Weise umgebaut bzw. "restauriert" worden. Eine umfangreiche Restaurierung ist zwischen 2010 und 2011 von Hendrik Ahrend aus Leer-Loga durchgeführt worden. Besonders ist, dass die Orgel rein mitteltönig gestimmt ist und somit in besonders authentischer Art und Weise den Schnitger-typischen Klang vermittelt. Im Turm hängen heute zwei Läuteglocken und eine Uhrschlagglocke. Der Glockengießer Christoph Haupner aus Stade goss 1694 die beiden, vermutlich beschädigten Läuteglocken um. Über Alter, Gießer oder Gewicht ist leider nichts bekannt. Die Gesamtkosten für den Umguss beider Glocken sowie der Aufhängung der neuen betrugen 2.443 lübische Mark und 4 lübische Schilling. Sowohl im Ersten als auch im Zweiten Weltkrieg wurde das Geläut glücklicherweise nicht dezimiert. Somit bilden beide Glocken das einzige noch erhaltene mehrstimmige Geläut Christoph Haupners, der in der Zeit um 1700 die gesamte Region zwischen Elbe und Weser mit Glocken belieferte. Interessant sind hierbei vor allem die technischen und optischen Unterschiede beider Glocken, obwohl sie aus einem Guss stammen. Auffällig ist vor allem, dass die kleine Glocke wesentlich schwerrippiger ist als die große Betglocke. Dennoch weisen beide Glocken einen sehr ähnlichen Teiltonaufbau auf. Dies ist wohl eher als Zufall zu werten. Die Uhrschlagglocke im Erker an der Nordseite der Turmspitze ist 1491 von Goteke Klinghe gegossen worden. Sie erklingt halbstündlich. Betglocke, Schlagton dis'-2, Gewicht ca. 1.380 kg, Durchmesser 1318 mm, gegossen im Jahre 1694 von Christoph Haupner in Stade. Kleine Glocke, Schlagton gis'-8, Gewicht ca. 815 kg, Durchmesser 1077 mm, gegossen im Jahre 1694 von Christoph Haupner in Stade. Herzlichen Dank an Pastor Uwe Junge sowie an Familie Tiedemann für die Ermöglichung der Aufnahme und das Sonderläuten!