Jesus auf dem Thron – aber unsere Hand hält noch das Zepter (Teil 1)
Stärkung für Überwinder / Fokus auf Jesus
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Jesus auf dem Thron – aber unsere Hand hält noch das Zepter (Teil 1)
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Vielleicht liegt eines der größten Missverständnisse unseres Glaubens darin, dass wir Jesus auf dem Thron haben wollen und gleichzeitig das Zepter nicht aus der Hand geben möchten. Wir wollen seine Vergebung, seine Gnade, seinen Frieden und das ewige Leben – aber tief in uns möchten wir oft selbst bestimmen, wie weit seine Herrschaft reichen darf. Und dieses Festhalten am Zepter kann erstaunlich viele Gesichter haben: offene Rebellion, heimlicher Ungehorsam, das ständige „Ja, Herr, aber …“, eine Frömmigkeit, mit der wir uns Gottes Annahme verdienen wollen, oder sogar eine Gnade, die wir benutzen, um unser eigenes Leben weiter zu regieren. Doch das Evangelium nimmt uns beides aus der Hand: den Verdienst, mit dem wir Gott etwas beweisen wollen, und das Zepter, mit dem wir über uns selbst bestimmen wollen. Christus ist nicht der Berater unseres selbstbestimmten Lebens, sondern der Herr, der uns mit seinem Blut erkauft hat. Darum geht es in diesem Text um eine Frage, die tiefer reicht als die Frage, ob wir an Jesus glauben, beten oder christlich leben: Wer hat in unserem Leben tatsächlich das letzte Wort? Denn vielleicht sagen unsere Lippen längst „Jesus ist Herr“, während unsere Hand noch immer etwas umklammert, über das wir selbst bestimmen wollen. Und vielleicht beginnt wirkliche Freiheit genau dort, wo diese Hand sich endlich öffnet.
Teil 1 – Jesus ist Herr – aber wer hat das letzte Wort?
Am Kreuz verliert das Ich beides: seinen Verdienst und sein Zepter. Wir können nichts vorweisen, womit wir Gott verpflichten könnten, und nichts zurückhalten, worüber Christus nicht Herr sein dürfte.
Es gibt ein Bild, das uns vielleicht mehr über unseren geistlichen Zustand sagen kann als viele lange Erklärungen: ein Thron, darauf Christus – und vor diesem Thron stehen wir. Wir singen von seiner Herrschaft. Wir beten zu ihm als unserem Herrn. Wir bekennen seinen Namen. Wir danken ihm für das Kreuz, für die Vergebung, für seine Gnade, für das ewige Leben. Wir möchten seinen Frieden, seinen Trost, seine Führung und seine Gegenwart. Wir möchten, dass er uns hält, wenn wir fallen, dass er uns trägt, wenn wir schwach sind, dass er uns hört, wenn wir rufen. Und doch kann mitten in all dieser christlichen Sprache etwas nicht stimmen. Jesus sitzt zwar in unserem Bekenntnis auf dem Thron, aber unsere Hand liegt noch am Zepter. Wir haben ihm den Sitz gegeben, aber nicht die Entscheidung. Wir haben ihm den Titel gegeben, aber nicht das letzte Wort. Und genau hier beginnt eine der ernstesten Fragen echter Nachfolge. Denn auf einem Thron sitzt nicht ein Berater. Auf einem Thron sitzt der Herrscher. Ein Herr wird nicht lediglich hinzugezogen, wenn wir mit unserer eigenen Weisheit nicht mehr weiterkommen. Ein Herr ist nicht derjenige, der unsere bereits getroffenen Entscheidungen segnen soll. Wenn Jesus Herr ist, dann verändert dieses eine Wort die ganze Ordnung unseres Lebens. Dann lautet die entscheidende Frage nicht mehr zuerst: „Was möchte ich?“, sondern: „Herr, was willst du?“ Genau deshalb trifft das Wort Jesu aus Lukas 6,46 so tief: „Was nennt ihr mich aber Herr, Herr, und tut nicht, was ich sage?“ Hier spricht Jesus nicht zu Menschen, die seinen Namen niemals gehört hätten. Er spricht das erschütternde Problem aus, dass unsere Lippen etwas bekennen können, was unser Leben praktisch verweigert. Unser Mund kann „Herr“ sagen, während unsere Hand das Zepter umklammert.