Will ich die Sünde wirklich loswerden – oder nur das schlechte Gewissen? (Teil 1)
Stärkung für Überwinder / Fokus auf Jesus
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Will ich die Sünde wirklich loswerden – oder nur das schlechte Gewissen? (Teil 1)
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Stärkung für Überwinder / Fokus auf Jesus
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Vielleicht liegt hinter einem großen Teil unserer geistlichen Niederlagen ein Problem, das viel tiefer reicht als mangelnde Disziplin: Wir wollen die Sünde loswerden, aber wir haben die Liebe zu der Sünde nicht erkannt, die uns an sie gebunden hält. Sehr wahrscheinlich leben viele Christen genau in dieser qualvollen Spaltung: Sie bitten um Vergebung, kämpfen gegen Folgen, erschrecken über ihr Gewissen und kehren doch immer wieder zurück, weil ihnen das, was die Sünde verspricht, noch kostbarer erscheint als Gott selbst. Vielleicht haben wir unsere Verlorenheit nie tief genug gesehen, Gottes Heiligkeit nie groß genug erkannt und Christus noch nicht als den Schatz entdeckt, für den man alles andere mit Freuden fahren lässt. Deshalb versuchen wir etwas Unmögliches: Wir wollen in zwei Reichen leben, zwei Herren dienen, zwei Schätze besitzen; wir wollen Gott lieben und zugleich das festhalten, was gegen ihn steht. Aber Jesus lässt uns diese religiöse Illusion nicht. „Niemand kann zwei Herren dienen“ (Matthäus 6,24). Irgendwann wird offenbar, wem unser Herz wirklich gehört. Genau darum geht es in diesem Text: Wollen wir tatsächlich von der Sünde befreit werden – oder wollen wir nur von ihrem schlechten Gewissen, ihren Folgen und ihrer Anklage befreit werden? Was geschieht, wenn Gottes Wort unseren Lieblingswunsch berührt, wenn seine Wahrheit uns etwas kostet, wenn keine theologische Erklärung mehr zwischen unserem Willen und seinem Nein stehen darf? Vielleicht beginnt wirkliche Buße genau dort, wo wir aufhören, Gott und Sünde miteinander versöhnen zu wollen, und erkennen: Christus ist nicht gekommen, um unseren alten Schatz ungefährlicher zu machen, sondern um selbst unser Schatz zu werden. Denn solange wir heimlich glauben, die Sünde habe uns etwas zu geben, das Gott uns vorenthält, werden wir mit ihr verhandeln; wenn wir aber erkennen, wer Christus ist, was unsere Sünde wirklich ist und woraus er uns gerettet hat, verändert sich die Frage: Dann fragen wir nicht mehr, wie viel Sünde wir behalten dürfen und trotzdem zu Gott gehören können, sondern was in uns noch sterben muss, damit wir ihm ganz gehören.