Wie sie die Elbphilharmonie auf einem alten Hafenspeicher errichteten
Gebautes Deutschland – Bauwerke & Geschichte
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Wie sie die Elbphilharmonie auf einem alten Hafenspeicher errichteten
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Zweihunderttausend Tonnen neuer Baukörper auf einem Speicher, der nie für diese Last gebaut war: Unter dem Kaispeicher A am Hamburger Kaiserhöft trugen eintausendeinhundertelf Betonpfähle durch weichen Elbschlamm bis in tragfähigen Sand — berechnet für ein Lagerhaus aus den sechziger Jahren, nicht für ein Konzerthaus aus Glas. Mehr als sechshundert neue Pfähle, bis zu fünfzehn Meter tief, mussten mit den alten zusammenarbeiten, damit eine neue tragende Platte die Lasten der Elbphilharmonie verteilen konnte, ohne dass Alt und Neu sich gegenseitig aus dem Gleichgewicht brachten.
Darüber sollte ein Großer Saal für zweitausendeinhundert Menschen entstehen, dessen Struktur zwölftausendfünfhundert Tonnen wiegt — und der zugleich von jeder Erschütterung des übrigen Hauses abgeschirmt bleiben musste. Die Antwort war eine Raum-in-Raum-Konstruktion: Der Saal ruht auf dreihundertzweiundvierzig Stahlfederpaketen an der Basis und vierunddreißig weiteren an der Decke, umhüllt von einer sogenannten Weißen Haut aus rund zehntausend einzeln gefrästen Platten mit fast einer Million kleiner Vertiefungen, die den Klang im Raum verteilen.
Zwischen Herbst zweitausendelf und Ende zweitausendzwölf stand die Baustelle praktisch still — kein technisches, sondern ein organisatorisches Problem zwischen Bauunternehmen und Architekten. Erst eine Neuordnungsvereinbarung mit festem Preis und einem Generalplaner brachte die Arbeit wieder in Gang. Am Ende kostete das Haus achthundertsechsundsechzig Millionen Euro, weit mehr als die frühen Schätzungen, und wurde am einunddreißigsten Oktober zweitausendsechzehn übergeben.
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