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Die Stadt, deren Pfennig halb Südosteuropa bezahlte: Friesach, Kärnten

Verlorener Glanz

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Die Stadt, deren Pfennig halb Südosteuropa bezahlte: Friesach, Kärnten

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Verlorener Glanz
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Wer im 13. Jahrhundert in Ungarn, Kroatien oder Slowenien etwas kaufte, zahlte gut möglich mit einer Münze aus einem Kärntner Tal. Der Friesacher Pfennig, ab etwa 1125 in der Münzstätte der Salzburger Erzbischöfe geschlagen, galt als erste Handelsmünze des südosteuropäischen Raums — bis zu 1,4 Gramm schwer, rund zwei Zentimeter breit, geschätzt allein wegen seines verlässlichen Feingehalts. Unter Erzbischof Eberhard II. wuchs Friesach zur zweitgrößten Stadt des Salzburger Herrschaftsgebietes und zur wichtigsten Stadt des heutigen Kärnten. Dann wurde die Stadt zwischen 1275 und 1292 dreimal erobert und niedergebrannt, um 1350 verstummte die Prägestätte für immer. Heute leben in der Gemeinde Friesach rund 4.830 Menschen — hinter einer vollständig erhaltenen Wehranlage mit dem einzigen durchgehend wasserführenden Stadtgraben im deutschsprachigen Raum. Was du in dieser Folge erfährst: — Wie eine mittelalterliche Münzstätte tatsächlich arbeitete: Silber aus den Gruben bei Zeltschach, Schmelzen und Legieren, das Ausschneiden der Schrötlinge, Unter- und Oberstempel, ein Hammerschlag pro Stück — und warum der gleichbleibende Feingehalt wichtiger war als jedes Bild auf der Münze — Warum ausgerechnet Friesach: die Nord-Süd-Straße zwischen Wien und Venedig, das Silber der Umgebung und der Umstand, dass die Salzburger Erzbischöfe hier eine Herrschaft mitten in fremdem Land besaßen — mit einer Prägestätte, die produktiver war als die in Salzburg selbst — Wie weit der Friesacher Pfennig lief: Kärnten, Steiermark, Krain, Kroatien und Ungarn, mit Funden bis in die Walachei — und wer ihn alles nachahmte, von Gurk und Bamberg über die Grafen von Görz bis zum ungarischen König Andreas II. — Warum Friesach fiel: das Interdikt nach 1246, die Grazer Konkurrenz ab etwa 1250, die drei Eroberungen von 1275, 1289 und 1292, das Ende der Prägung um 1350 — und was geblieben ist: 820 Meter Wassergraben, eine bis zu elfeinhalb Meter hohe Mauer, fünf Burgen, das erste Dominikanerkloster des deutschen Sprachraums und eine Altstadt wie eingefroren Bildungsinhalte zur Geschichte. Quellen — Österreichischer Städteatlas: Friesach, Kommentarband zur Stadtentwicklung — arcanum.com — Universalmuseum Joanneum, Münzkabinett: Friesacher Pfennige, Sammlungshighlights Mittelalter — museum-joanneum.at — Salzburgwiki: Münzstätte Friesach und Friesacher Pfennig — wiki.sn.at — Verein Rettet den Stadtgraben zu Friesach: Stadtgeschichte, Bedeutungsverlust und Stadtbefestigung — rettet-den-stadtgraben.at — Statistik Austria: Bevölkerungsstand und Volkszählungsergebnisse der Gemeinde Friesach — statistik.at — und weitere Quellen #Geschichte #Kärnten #Friesach #Mittelalter #Heimat